Hamburg

Ausgerechnet am ersten Ferientag: A7 wird gesperrt

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) stellt den Verlauf der Bauarbeiten an der A7 auf einer Karte vor.

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) stellt den Verlauf der Bauarbeiten an der A7 auf einer Karte vor.

Foto: Christian Charisius/dpa

Verschobene Bauarbeiten zwischen Quickborn und HH-Nordwest beginnen am Sonnabend – lange Staus erwartet.

Hamburg. Wenn der Flüster­asphalt erst aufgetragen ist, wird es für 18.000 Anwohner in Schnelsen deutlich leiser. Die Bauarbeiten auf der Autobahn 7 zwischen Quickborn und dem Dreieck Hamburg-Nordwest sind von Sonnabend, 27. Juni, 14 Uhr bis Montag, 29. Juni, 8 Uhr früh geplant. Dass sie ausgerechnet auf das erste Ferienwochenende fallen, dürfte zwar zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in Richtung Süden führen, doch es gebe keine Alternative, sagt Christian Merl, Projektkoordinator und Sprecher der Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH).

Am Mittwochvormittag steht er gemeinsam mit Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) auf dem Deckel in Schnelsen. Vom Autobahnlärm ist nichts zu hören. Wo später mal Kleingärten entstehen sollen, wächst bislang nur Unkraut, das aber schon recht üppig. In wenigen Tagen sollen einige Meter tiefer auf der Autobahn Hunderte Sattelschlepper anrollen, um den offenporigen Asphalt (OPA) anzuliefern, der mehr Ruhe für die Anwohner bringen soll.

Man habe es sich nicht leicht gemacht, die Sperrung ausgerechnet auf das erste Ferienwochenende zu verschieben, sagten Tjarks und Merl einhellig, doch es sei schwer gewesen, einen Ersatztermin zu finden. Die Sperrung für die Abschlussarbeiten der Lärmschutzmaßnahmen im Abschnitt Schnelsen musste schon einmal witterungsbedingt abgesagt werden.

A7-Baustelle: Wetter bestimmt Termin

„Für den Einbau des offenporigen Asphalts benötigt man gutes Wetter“, sagt Merl. Sollte das am Wochenende erneut nicht mitspielen, dann müsse man die Arbeiten gleich ein ganzes Jahr verschieben. Denn die klassische Umleitungsstrecke auf der B 4 stehe aufgrund von länger dauernden Arbeiten von Hamburg Wasser nicht zur Verfügung. Noch gebe es eine Gewitterwarnung für Sonntag, morgen werde endgültig entschieden.

Die Planung sei relativ aufwendig, sagte Merl, denn man benötige für den besagten Zeitraum sehr viele Fahrer samt Lastwagen und die Kapazität aller Mischwerke, die den Asphalt herstellen. „Und im Sommer wird überall gebaut.“ Das zweite Ferienwochenende sei auch keine Option gewesen, denn dann binde der Hafen alle Kapazitäten, weil ein Terminal neu asphaltiert werde. Auch dort seien die Arbeiten seit Langem geplant.

Tjarks sagte, „die Maßnahme muss jetzt stattfinden. Wir machen auch Politik für die Außenbezirke und haben es den Menschen hier versprochen. Dieses Versprechen wollen wir einlösen.“ 18.000 Menschen hätten dann eine ordentliche Nachtruhe, wie sie sie seit den 70er-Jahren nicht mehr hatten. Man wolle sie nicht ein weiteres Jahr warten lassen.

Nord- und Ostsee bleibt erreichbar

Projektkoordinator Merl stellte klar, dass alle Autofahrer, die an die Küste wollten, auch dort hinkommen könnten. Die A 23 sei komplett offen, ebenso die A 21 und die A 1 Richtung Süden. Und auch die A 7 werde ja erst am Sonnabend um 14 Uhr gesperrt. Mit dem Nachbarland Schleswig-Holstein sei die Maßnahme abgestimmt. Man sei der Meinung, dass sie verträglich sei.

Den Pendlern, die aus Quickborn am Montagmorgen in die Stadt wollen, riet er, vielleicht lieber zu Hause zu arbeiten oder etwas später ins Büro zu starten. „Wir gehen aber davon aus, dass wegen der Ferien wesentlich weniger Pendler fahren.“ Wer aus Pinneberg komme, habe keine Einschränkungen, aus dem Einzugsbereich von Quickborn müssten die Autofahrer jedoch Umleitungen in Kauf nehmen.

A7: Was genau verändert wird

Um die Asphaltierungsarbeiten vorzubereiten, wird die Fahrbahn nach Angaben von Sebastian Haß, Abteilungsleiter bei der Deges, von der nördlichen Landesgrenze, Schnelsen-Nord (etwa bei Ikea Schnelsen) bis zum Tunnelportal Nord komplett abgefräst. Der Asphalt müsse dann in einem Schritt über drei Fahrbahnen plus Standspur aufgetragen werden. Am Sonntag mit dem Sonnenaufgang um 4.58 Uhr werde mit dem Asphaltieren begonnen, so Haß.

Der Abschnitt zwischen Quickborn und Schnelsen-Nord soll dann am Montag bereits um 5 Uhr früh wieder geöffnet werden. Damit der Asphalt noch auskühlen kann, wird die Sperrung bis Hamburg-Nordwest erst um 8 Uhr aufgehoben.

Der 550 Meter lange Deckel in Schnelsen ist bereits in beide Richtungen fertig, in Stellingen (ca. 950 Meter lang) ist der Abschnitt Richtung Norden fertig, Richtung Süden soll er bis Ende des Jahres fertiggestellt werden, so Sebastian Haß. Am letzten Abschnitt, jenem in Altona, mit 2,2 Kilometern der längste, sei man bei den ersten Vorbereitungsarbeiten. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant.