Verkehrschaos

Rotherbaum ist Hamburgs Baustellen-Hochburg

Der Radweg am Harvestehuder Weg ist eine der vielen Baustellen im Viertel

Der Radweg am Harvestehuder Weg ist eine der vielen Baustellen im Viertel

Foto: Andreas Laible

Nirgends wird mehr saniert und umgebaut als in dem Stadtteil. Doch nicht nur auf den Straßen wird es eng, auch Parken wird schwerer.

Rotherbaum.  Die Umgestaltung der Grindelallee, die Umwandlung von Harvestehuder Weg und Alsterufer, der Bau eines Kreisverkehrs am Grindelhof und die Neugestaltung des Uni-Campus am Geomatikum – Rotherbaum gehört zu den besonders stark mit Baustellen belasteten Hamburger Stadtteilen. Insgesamt 24 größere Baustellen mit zum Teil massiven Beeinträchtigungen des Verkehrs hat es zwischen Frühjahr 2013 und Herbst 2015 hier gegeben. Normale Unterhaltungsarbeiten sind dabei nicht eingerechnet. Bei den vielen Umbauten sind in Rotherbaum 70 Parkplätze für den motorisierten Verkehr dauerhaft weggefallen. All das ist das Ergebnis einer Anfrage der FDP-Bürgerschaftsfraktion an den Senat.

Die vom Senat vorgelegte Liste zeigt in den Augen der FDP-Abgeordneten Wieland Schinnenburg und Jens Meyer auch, dass die Arbeiten nicht immer gut koordiniert worden seien. „Seit 2013 wird der Rothenbaum mit immer neuen Baustellen malträtiert. Offensichtlich findet eine vernünftige Baustellenkoordinierung nicht statt, vielmehr toben sich Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG), das Bezirksamt Eimsbüttel und die Stadtentwässerung völlig unabgestimmt aus“, konstatiert Verkehrspolitiker Schinnenburg. „Auch das Ergebnis ist schlimm: In einer Gegend mit besonders hohem Parkdruck fallen 70 Parkplätze endgültig weg.“

Parkplatzmangel könnte Chaos verursachen

Laut Senatsantwort sind 21 dieser Parkplätze im Grindelviertel abgebaut worden und 36 am Harvestehuder Weg. Insbesondere die am Harvestehuder Weg dauerhaft wegfallenden Stellplätze werden an Wochenenden für „chaotische Zustände an der Alster sorgen, wenn aus Erholungssuchenden zunächst Parkplatzsuchende werden“, glaubt Meyer.

Laut der Senatsantwort wurden zehn der Baustellen vom für den Straßenbau zuständigen LSBG veranlasst, neun vom Bezirksamt und fünf von der Stadtentwässerung. Koordiniert würden die Arbeiten auf Hauptverkehrsstraßen „in Abstimmung mit der Koordinierungsstelle für Baustellen in Hauptverkehrsstraßen und der Polizei“. Bei Baustellen auf Bezirksstraßen habe der Bezirk zusammen mit der Polizei die Verantwortung. Gehe es um „Hochbau und Leitungsbau auf beziehungsweise an Bezirksstraßen, erteilt die Polizei die straßenverkehrsbehördlichen Anordnungen“.