Eidelstedt

Vom Balkon gestürzt: Anklage gegen Genossenschafts-Vorstände

Der 78-Jährige war aus einem Krankenhaus verschwunden und benötigte medizinische Hilfe (Symbolbild).

Der 78-Jährige war aus einem Krankenhaus verschwunden und benötigte medizinische Hilfe (Symbolbild).

Foto: Boris Roessler / dpa

Zwei Männer erlitten schwere Verletzungen, einer ist querschnittsgelähmt. Haben Eigentümer-Gesellschaft und Hausmeister geschlampt?

Hamburg. Es ist die reine Horrorvorstellung für jeden Mieter: Man lehnt sich auf dem Balkon an, rückwärts, das Geländer gibt nach, Sturz in die Tiefe. Der Albtraum ist für zwei Hamburger leider wahr geworden. Sie stürzten im Juni 2016 an der Straße Grenzacker in Eidelstedt offensichtlich wegen Mängeln und Korrosion am Balkongitter vom ersten Stock zu Boden. Dabei erlitt ein Geschädigter so schwere Verletzungen, dass er querschnittsgelähmt ist. Er schlug auf der Tischkante eines Terrassentisches auf. Der zweite hatte mehrfache Prellungen.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg klagt nun die beiden Vorstände einer Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft mit knapp 5000 Wohnungen sowie einen Hausmeister wegen fahrlässiger Körperverletzung an.

Ihnen wir in einem Prozess vor dem Amtsgericht (Mitte) von Montag an zur Last gelegt, sie hätten versäumt "das Gebäude von fachkundigem Personal begehen und auf Sicherheitsmängel kontrollieren zu lassen". Der Hauswart soll die nötigen Arbeiten an den Balkonen "weder in Auftrag gegeben noch selbst durchgeführt haben". Für den Prozess sind mehrere Verhandlungstage angesetzt.