Hamburg

Eimsbüttel: Hakenkreuze an Brücke? SPD für Erläuterungstafel

NS-Symbole an der Eimsbütteler Brücke? Die SPD-Fraktion in Eimsbüttel setzt sich für eine Erläuterungstafel ein.

NS-Symbole an der Eimsbütteler Brücke? Die SPD-Fraktion in Eimsbüttel setzt sich für eine Erläuterungstafel ein.

Foto: SPD-Fraktion Eimsbüttel

Die Ornamente an der Eimsbütteler Brücke wirken auf viele Passanten irritierend. Was hinter den Symbolen steckt.

Hamburg. Es ist ein Ort in Eimsbüttel, an dem viele Menschen kurz stehen bleiben und den Blick auf das Wasser und die Uferlandschaft genießen: die Eimsbütteler Brücke, die zwischen Bundesstraße und Osterstraße über den Isebekkanal führt. Doch irritierend sind für viele Passanten die Ornamente an den Geländern des denkmalgeschützten Bauwerks. "Manche erinnern sie gar an Hakenkreuze aus der NS-Zeit", heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Eimsbütteler SPD-Bezirksfraktion.

Die SPD-Angeordneten setzen sich nun dafür ein, dass die Brücke um eine Erläuterungstafel ergänzt wird. „Die Verzierungen haben keinen Bezug zur NS-Zeit, denn die Brücke stammt noch aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg", sagt Armita Kazemi, Mitglied im Ausschuss für Haushalt, Kultur und Sport. "Wir werden aber immer wieder darauf angesprochen, was es mit den Symbolen auf sich hat." Das zeige, dass es wichtig sei, über ihre Bedeutung aufzuklären.

Symbole an Eimsbütteler Brücke sind keine Hakenkreuze

Die Geschichtswerkstatt Eimsbüttel konnte herausfinden, dass die Verzierungen an der 1911 erbauten Brücke nichts mit dem später aufkommenden Nationalsozialismus zu tun haben. Vielmehr handelt es sich um ein Gestaltungselement aus der Wilhelminischen Zeit.

Da die Eimsbütteler Brücke unter Denkmalschutz steht, kommt eine Veränderung an der Bausubstanz nicht in Betracht. "Entsprechend sollte die Symbolik mit einer Erklärungstafel vor Ort historisch eingeordnet und kommentiert werden", heißt es in einem SPD-Antrag.

„Es ist gut, dass viele Menschen in Eimsbüttel sich für die Symbole interessieren und kritisch nachfragen", so Ernst Christian Schütt, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Bezirksfraktion. "Wir wollen diese Auseinandersetzung mit der Geschichte fördern." Deshalb habe sich die SPD dafür eingesetzt, in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt einen Erläuterungstext anbringen zu lassen. Schütt: "Wir sind froh, dass unser Antrag eine Mehrheit gefunden hat und gespannt, welche Vorschläge das Bezirksamt macht.“