Lokstedt

Turnhalle eisig kalt – Schüler müssen auf Sport verzichten

Schüler machen in Hamburg während des Sportunterrichts Aufwärm- und Dehnübungen (Archivbild). Am Corvey-Gymnasium in Lokstedt soll der Sportunterricht wegen der kalten Turnhalle ausfallen.

Schüler machen in Hamburg während des Sportunterrichts Aufwärm- und Dehnübungen (Archivbild). Am Corvey-Gymnasium in Lokstedt soll der Sportunterricht wegen der kalten Turnhalle ausfallen.

Foto: Picture Alliance / dpa

Bei niedrigen Raumtemperaturen frieren Schüler und Lehrer. Die Sportlehrer des Gymnasiums haben Konsequenzen gezogen.

Hamburg. Für viele Jungen und Mädchen zählt der Sport zu den Lieblingsfächern an der Schule. Doch am Hamburger Corvey Gymnasium in Lokstedt müssen die Schüler auf ihre körperlichen Aktivitäten in der großen Dreifeldsporthalle vorerst verzichten. Denn die Sportlehrer der renommierten Schule haben gemeinsam auf einer Konferenz beschlossen, die Sportstunden bis auf Weiteres ausfallen zu lassen – zumindest, wenn die Raumtemperatur in der Halle weiterhin unter 17 Grad liegt. Die Heizung hat offenbar einen Defekt.

Nach Abendblatt-Informationen wurden zuletzt mehrfach 13 bis höchstens 16 Grad gemessen. Das ist deutlich zu kalt für geregelten Unterricht. Zudem sind die Lichtverhältnisse nach Lux-Messungen deutlich zu schlecht.

Nach Angaben von Lehrern des Corvey frieren die Kinder in der Turnhalle, auch die, die zum Beispiel wegen Krankheit nur in Jacken in der Halle sitzen und zuschauen müssen. "Die Gesundheit und Sicherheit der Schüler sind in Gefahr", heißt es aus dem Lehrerkreis. "Es findet kein Sport statt, bis es warm genug ist", so ein Lehrer zum Abendblatt.

Unfallversicherung: Mindesttemperatur für Sporthallen

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) gibt sogar den Wert von 20 Grad Celsius für Sporthallen vor, weist aber zugleich darauf hin, dass es über die notwendige Raumtemperatur in Sporthallen sehr unterschiedliche Auffassungen gibt. "Während einerseits bei der Heizungsauslegung mindestens 20 Grad gefordert werden, wird andererseits aufgrund der ständigen Bewegung und Erwärmung der Sporttreibenden eine Temperatur von 17 bis 19 Grad als ausreichend betrachtet", heißt es auf der Website der DGUV.

"Bei weniger bewegungsintensiven Sportarten und Entspannungsübungen sind höhere Temperaturen erforderlich." 17 Grad sind mehr, als was zuletzt in der Sporthalle am Corvey gemessen wurde. Weitere Schulen wollen nach Abendblatt-Informationen die Temperaturen in ihren Sporthallen überprüfen.

Die Lehrer am Corvey wollen den Schülern anstatt der Sportstunden Filme zeigen. Wie lange das andauert? "Bis es wieder warm ist." Die Faschingsparty der fünften Klassen am Corvey und ein Uni-Hockey-Turnier in der kommenden Woche sind akut in Gefahr.

Ein Sprecher der Schulbehörde sagte dem Abendblatt am Freitagnachmittag, generell könnten alle Sportlehrer die Temperaturen in den Hallen auf eine gewünschte oder notwendige Temperatur "pegeln". Das klappe "in allen Schulen Hamburgs gut und hat sich bewährt". Die Störung am Gymnasium Corveystraße sei "umgehend" behoben worden. "Der Sportunterricht hat zu jeder Zeit stattgefunden und wird stattfinden." Das allerdings deckt sich nicht mit den Aussagen von Lehrern, Eltern und Schülern.