Rotherbaum

Händler gegen reines Anwohnerparken am Grindel

James Blum, Gewerbetreibender aus dem Grindelviertel, kritisiert die geplante Parkraumregelung im Viertel.

James Blum, Gewerbetreibender aus dem Grindelviertel, kritisiert die geplante Parkraumregelung im Viertel.

Foto: Andreas Laible

Geschäftsleute fürchten, dass Kunden keinen Parkplatz finden. Ausdehnung auf weitere Eimsbütteler Gebiete geplant.

Hamburg.  Unruhe bei den Gewerbetreibenden im Grindelviertel: Weil der Bezirk Eimsbüttel die derzeitige Parkregelung ändern will und Anwohnerparken einführen möchte, herrscht Sorge um das wirtschaftliche Überleben vieler Läden. „Wir fordern eine Parkraumbewirtschaftung nach dem Berliner Modell“, sagt James Blum vom Grindel e. V., einem Zusammenschluss von rund 40 Geschäften und Gewerbetreibenden im Grindelviertel.

Das bedeutet: Eine Mischung aus gebührenpflichtigem Parken an Parkscheinautomaten für Besucher kombiniert mit Anwohnerparken. Blum: „Wir fordern die Möglichkeit für alle Anwohner und Gewerbetreibende, im Grindel einen Anliegerparkausweis einzuführen. Parallel wünschen wir uns im gesamten Viertel eine kontrollierte Parkraumbewirtschaftung mit der Brötchentaste.“ Mit der Brötchentaste können Fahrzeuge 15 Minuten kostenlos im Grindelviertel halten. So könnten Kunden weiter die Geschäfte erreichen.

Grindelviertel: Hauptstraßen vom Anwohnerparken befreien

„Leider sind in die aktuellen Planungen keine unserer Forderungen aufgenommen“, so Blum. Sollte das Anwohnerparken ohne parallele Bewirtschaftung umgesetzt werden, sei es absolut erforderlich, dass die Hauptgeschäftsstraßen im Grindelviertel vom Anwohnerparken befreit werden. Dazu gehören die Straßen Grindelallee, Grindelhof, Hartungstraße (westlicher Teil) und der Allende-Platz. Weitere Forderung des Grindel e. V.: Die Zufahrt ins Grindelviertel soll weiterhin aus der Innenstadt kommend erhalten bleiben.

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„Die aktuelle Einbahnstraßenregelung wurde mit viel Mühe in zahlreichen Sitzungen aller Betroffenen als Kompromiss ausgearbeitet. Anwohner und Gewerbetreibende sind mit dieser Lösung zufrieden. Politik muss verlässlich sein“, so Blum. „Diese Verkehrsführung wieder infrage zu stellen ist nicht seriös, auch die Parteien der neuen Koalition in Eimsbüttel haben diese Lösung mitgetragen.“

Befragung unter 16.800 Anwohnern

Derzeit führt der Landesbetrieb Verkehr eine Befragung unter den 16.800 Anwohnern durch, um die Parkplatzsituation strukturiert und systematisch zu erfassen. Ergebnis: „Im Grindelviertel liegt die Auslastung des Parkraums zwischen 9 und 19 Uhr bei über 90 Prozent. Im südlichen Pöseldorf und am Alsterufer liegt diese bei über 95 Prozent und nimmt erst in den Abendstunden ab. Hauptursache für den Parkdruck sind eine Vielzahl gebietsfremder Dauerparker, wie Pendler, Studierende sowie Kurzzeitparker.

Gerade für die Gebiete Pöseldorf und Alsterufer hat sich ergeben, dass fast zwei Drittel des Parkraums durch Pendler u. a. dauerhaft belegt sind.“ Für die Anwohner herrsche demnach akuter Parkplatzmangel. Die Folge: Eine erste Konzeption des Landesbetriebs sieht vier Bewohnerparkzonen vor. „Somit müssen im Stadtteil Rotherbaum mehrere Bewohnerparkzonen eingeführt werden, um das gesamte Gebiet abzudecken“, heißt es weiter.