Silvester in Hamburg

Dachstuhlbrand und mehrere schwere Böllerverletzungen

In einer relativ ruhigen Nacht verloren zwei Männer jeweils drei Finger durch Böller. In Harvestehude brannte ein Dachstuhl.

Hamburg. Pünktlich um Mitternacht haben Zehntausende Menschen in Hamburg dem Schietwetter getrotzt und mit Feuerwerken das neue Jahr begrüßt. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei blieb es „verhältnismäßig friedlich“. An der Reeperbahn, den Landungsbrücken und am Jungfernstieg seien keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen gewesen, teilte ein Polizeisprecher am Montagmorgen mit. Vereinzelt sei es zu Belästigungen und Körperverletzungen gekommen.

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Laut Polizei, die mit einem Großaufgebot im Einsatz war, kamen zum Jahreswechsel rund 35.000 Menschen auf St. Pauli, 13.000 bei den Landungsbrücken, 8000 im Bereich der Binnenalster, 3500 am Jungfernsteig zusammen. In der Innenstadt seien regelmäßig Personengruppen kontrolliert worden.

Dachstuhlbrand in Harvestehude

Die Feuerwehr rückte zu 954 Einsätzen aus und versorgte 46 Verletzte. Die Lage sei verhältnismäßig ruhig gewesen. "Es war wieder die einsatzstärkste Nacht des Jahres, aber wir mussten deutlich weniger Großbrände als in den Vorjahren bekämpfen", sagte Feuerwehrsprecher Werner Nölken.

Dennoch kam es in Harvestehude an der Helene-Lange-Straße aus noch ungeklärter Ursache zu einem Dachstuhlbrand. Durch das Feuer wurden jedoch keine Menschen verletzt. Die Bewohner des Hauses konnten sich selbstständig retten. Es sei zu "einem erheblichen Schaden" am Haus gekommen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die genaue Schadenshöhe müsse allerdings noch ermittelt werden. Insgesamt drei brennende Fahrzeuge wurden registriert. In einem Fall war Feuer gelegt worden, in einem anderen waren Seitenfenster eingeschlagen und anschließend Feuerwerkskörper ins Innere des Wagens geworfen worden.

Zwei Männer verlieren Finger durch Böller

Bei Unfällen mit Böllern sind zwei Männer laut Feuerwehr schwer verletzt worden. Einem 26-Jährigen aus Eidelstedt und einem 30 Jahre alten Mann wurden bei den Unglücken drei Finger abgerissen. Bei Beiden zerfetzten jeweils drei Finger ihrer linken Hand. Die Böller explodierten jeweils in den Händen der Männer, die nach den Unfällen in den Bezirken Wandsbek und Eimsbüttel ins Krankenhaus gebracht wurden. Ob die Männer mit illegalem Feuerwerk hantierten, ist noch unklar.

Zudem bestätigte die Feuerwehr, dass auf der Elbchaussee eine Silvesterrakete umgekippt und einer Frau ins Auge geflogen sei. Nach ersten Erkenntnissen kippte beim Zünden der Rakete eine als Abschussbasis verwendete Flasche um und veränderte dadurch die Flugbahn der Rakete. Die Frau wurde durch Notfallsanitäter der Feuerwehr Hamburg versorgt und in ein Krankenhaus mit Augenklinik gebracht. Es besteht die Gefahr, dass sie ihr Augenlicht verliert.

Vereinzelte sexuelle Übergriffe zu Silvester

Vor zwei Jahren waren zahlreiche Frauen in der Silvesternacht sexuell belästigt worden. Die Polizei war daher auch in diesem Jahr mit Absperrgittern, zusätzlicher Straßenbeleuchtung und Videoüberwachung vertreten. In diesem Jahr waren laut Polizei verhältnismäßig wenige Frauen und viele Männer mit augenscheinlichem Migrationshintergrund auf der Reeperbahn unterwegs.

Die Zahl der sexuellen Übergriffe bewege sich in einem „sehr geringen Maß“, sagte ein Polizeisprecher. Wegen Delikte dieser Art wurden 14 Anzeigen gestellt. Nach derzeitigem Sachstand wurden insgesamt 126 Strafanzeigen gestellt.

Die Hamburger Polizei rückte zu 1.624 Einsätzen aus und nahm 34 Personen in Gewahrsam. 16 weitere Personen wurden vorläufig festgenommen.