Hamburg

Darum wechselt Bezirkschef Sevecke in die Wirtschaftsbehörde

Torsten Sevecke ist seit 2010 Bezirksamtsleiter in Eimsbüttel

Torsten Sevecke ist seit 2010 Bezirksamtsleiter in Eimsbüttel

Foto: Michael Rauhe

Eimsbüttels Bezirkschef Torsten Sevecke tritt im Oktober neuen Posten an. Dazu passt auch sein Kindheitstraum. Nachfolge noch unklar.

Hamburg.  Wirklich überraschend war die Nachricht wohl nicht, dass Eimsbüttels Bezirksamtleiter Torsten Sevecke (SPD) zum 1. Oktober in die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation wechselt – dort wird der 53-Jährige künftig als Senatsdirektor im Verkehrs- und Wirtschaftsamt am Alten Steinweg tätig sein und die Bereiche Luftfahrt, Hafen und Mittelstandsförderung verantworten.

Denn es ist kein Geheimnis, dass der ambitionierte Sozialdemokrat neue Herausforderungen nicht scheut und durchaus nach Höherem strebt. Zuletzt war der Verwaltungsfachmann nach dem Rücktritt von Innensenator Michael Neumann (SPD) kurzfristig sogar als dessen Nachfolger im Gespräch. Letztlich wurde es sein Amtskollege aus dem Bezirk Mitte, Andy Grote.

Das Ende vom Seveckes Öffentlichkeitspräsenz

Die neue Aufgabe als Senatsdirektor in der Wirtschaftsbehörde ist nicht zu vergleichen mit einem Senatorenposten. Und auch nicht alle sprechen bei dem Jobwechsel von einem Aufstieg: von der politischen Bildfläche dürfte Sevecke, der seit 2010 das Bezirksamt Eimsbüttel leitet, damit mehr oder weniger verschwinden, seine Präsenz in der Öffentlichkeit gen Null tendieren.

Fest steht aber auch, dass eine Amtsleitung im Bereich Hafen nur alle paar Jahre zu haben ist und zudem besser bezahlt wird. Als Bezirksamtschef hat Sevecke rund 7600 Euro brutto verdient, in seinem neuen Job bekommt er etwa 8350 Euro.

Als kleiner Junge wollte er zur See fahren

Hinzukommt, dass Seveckes Biografie durchaus Verknüpfungspunkte zu seinem neuen Job aufweist. Während seiner Tätigkeit als Koordinator für Flächenentwicklung in der Stadtentwicklungsbehörde war der promovierte Jurist für das neuer Kreuzfahrtterminal Altona mitverantwortlich. Er ist Mitglied der Stiftung der „Rickmer Rickmers“ und hat als junger Mann Anfang der 80er-Jahre als Schauermann gearbeitet.

Aus seinem privaten Umfeld heißt es, dass er als kleiner Junge davon geträumt habe, zur See zu fahren. Die See, der Hafen, Containerschiffe – das sei eine große Leidenschaft des Familienvaters aus dem rot-grün regierten Eimsbüttel, heißt es. Und dass gerade der Hafen strategisch wichtig für Hamburg ist, diese Ansicht hat Torsten Sevecke schon immer vertreten.

Nachfolger wird per Ausschreibung gesucht

Äußern will sich Torsten Sevecke, der sich selbst auf die Stelle in der Wirtschaftsbehörde beworben hat, nach wie vor noch nicht zu seinem Jobwechsel. Am kommenden Montag entscheidet die Deputation der Behörde offiziell über den Wechsel. Die rot-grüne Koalition im Bezirk wurde am Mittwochabend über Seveckes Entschluss unterrichtet.

Wer die Nachfolge von Torsten Sevecke antritt, ist noch unklar. Einen bestimmten Favoriten scheint es nach Abendblatt-Informationen nicht zu geben. In einer gemeinsamen Mitteilung der Eimsbütteler SPD und den Eimsbütteler Grünen heißt es, dass „die Koalitionäre in einem Ausschreibungsverfahren gemeinsam eine Nachfolgerin bzw. einen Nachfolger suchen“ werden.

SPD und Grüne loben Sevecke

Die Eimsbütteler Fraktionen von SPD und Grünen dankten Torsten Sevecke am Donnerstag zudem für die langjährige Zusammenarbeit. „Mit dem Ausschreibungsverfahren für die Bezirksamtsleitung haben wir bereits bei der Erstbestellung von Torsten Sevecke gute Erfahrungen gemacht und sind uns sicher, eine geeignete Person für die Nachfolge zu finden“, sagt SPD-Fraktionschef Rüdiger Rust.

Auch Lisa Kern, Fraktionsvorsitzender der Grünen, betonte die vertrauensvolle Zusammenarbeit.“Die Koalition hat sich noch viele wichtige Ziele gemeinsam gesteckt“, sagt sie. Warme Worte fand auch Milan Pein, Kreisvorsitzender der SPD Eimsbüttel: „Er war ein erfolgreicher und beliebter Bezirksbürgermeister und wird in seiner neuen Position weiterhin erfolgreich für die Stadt Hamburg und ihre Bürgerinnen und Bürger wirken.“