Verkehr

Radfahren auf der Hoheluftchaussee ab sofort erlaubt

An mehreren Straßen in Eimsbüttel und Hamburg-Nord dürfen Radfahrer jetzt auf der Fahrbahn fahren. Der ADFC begrüßt die Entscheidung. Die Polizei ist skeptisch.

Hamburg. An Hoheluftchaussee, Eppendorfer Baum, Nedderfeld und Lokstedter Weg wird die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben. Ein Radfahrer hatte dagegen geklagt, dass die Polizei ihn auf seiner Meinung nach „unbenutzbare, gefährliche Radwege“ zwingen wollte. Vor dem Hamburger Verwaltungsgericht einigten sich die Parteien am Freitag darauf, dass alle vier Straßenzüge von der Radwegebenutzungspflicht befreit und die entsprechenden blauen Hinweisschilder abgebaut werden. Künftig darf dort auch auf der Fahrbahn geradelt werden.

„Es war überfällig, dass Hamburgs Straßenverkehrsbehörde ihre unhaltbare Position aufgibt und die Verkehrs- und Rechtssicherheit in den vier Straßen wieder herstellt“, sagt Dirk Lau, Sprecher des Fahrrad-Clubs ADFC. Es sei aber zu bedauern, dass Radfahrer erst klagen müssten, damit sie ernst genommen würden. „Einfache Beschwerden oder Anfragen zur Radwegebenutzungspflicht bügelt die Behörde gern ohne ernsthafte Prüfung ab“, so Lau. Im Klageverfahren stelle sich dann aber regelmäßig heraus, dass die Benutzungspflicht tatsächlich nicht haltbar sei.

Um die Pflicht, Radwege zu benutzen, beibehalten zu können, greife die Polizei nun zu einem weiteren Mittel: An der Langenhorner Chaussee etwas wolle sie die schmalen, oft schadhaften und direkt neben parkenden Autos geführten Radwege in gemeinsame Geh- und Radwege umwandeln. „Ein solches Vorgehen wird weitere Klagen provozieren, weil gemeinsame Rad- und Gehwege die Verkehrssicherheit nicht verbessern, sondern verschlechtern“, sagt Dirk Lau.

Sein Verein erwarte aber, dass die Straßenverkehrsbehörde gute und sichere Lösungen für den Radverkehr unterstütze, statt auf der Benutzungspflicht zu beharren, um die Radfahrer vom Autoverkehr fernzuhalten.

„Der Radverkehr gehört ins Sichtfeld der Autofahrer und damit auf die Fahrbahn“, so Lau. Auch Straßen wie die Langenhorner Chaussee oder die Stresemannstraße sollten daher Radfahrstreifen auf der Fahrbahn erhalten, um den Sicherheitsinteressen aller Verkehrsteilnehmer zu genügen.