Berufsfeuerwehr

In Allermöhe entsteht eine neue Wache für die Feuerwehr

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Thomas Heyen
Grundsteinlegung für die Rettungswache im Gewerbegebiet Allermöhe (v. l.): Andy Grote (Innensenator), Martin Görge (Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH) und Christian Schwarz (Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg) versenken aktuelle Zeitungen in einem Behältnis, das eingemauert wird.

Grundsteinlegung für die Rettungswache im Gewerbegebiet Allermöhe (v. l.): Andy Grote (Innensenator), Martin Görge (Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH) und Christian Schwarz (Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg) versenken aktuelle Zeitungen in einem Behältnis, das eingemauert wird.

Foto: Thomas Heyen

Der Grundstein für das Gebäude in Allermöhe ist gelegt. Zunächst werden nur Rettungswagen dort stationiert, später auch Löschfahrzeuge.

Allermöhe. Der Bezirk Bergedorf bekommt eine zweite Rettungswache. Sie soll nach langer Planungsphase im Dezember in Betrieb genommen werden. Am Freitag, 6. Mai, war die feierliche Grundsteinlegung für die neue Wache der Feuerwehr, die an der Wilhelm-Iwan-Kehre 5 entsteht. Rettungs- und später auch Löschfahrzeuge sollen von dort aus im gesamten Bezirk Bergedorf, aber auch bis nach Billstedt eingesetzt werden. Einsatzschwerpunkt soll später der neue Stadtteil Oberbillwerder werden, der noch gebaut wird.

Die von der Berufsfeuerwehr betriebene Rettungswache Allermöhe ist nur das erste Modul des 8,2-Millionen-Projekts. Später soll eine Feuerwache, deutlich größer als die nun entstehende Rettungswache, direkt an die östliche Hälfte der Rettungswache angebaut werden. Wann, ist noch unklar, zumindest nicht in diesem und im kommenden Jahr, weiß Lars Vieten, Sprecher der Sprinkenhof GmbH, die von der Stadt Hamburg mit dem Projektmanagement beauftragt ist.

Rettungswache Allermöhe wird von der Berufsfeuerwehr betrieben

Das Problem: Die Hamburger Berufsfeuerwehr, die das Personal stellen wird, hat nicht genug Einsatzkräfte für die neue Feuerwache. Die neuen Stellen müssten erst noch geschaffen werden. „Wir wollen Leerstand vermeiden“, sagt Klaus Fehling vom Gebäudemanagement der Feuerwehr Hamburg.

Die beiden Rettungswagen, die ab Dezember in der neuen, dreigeschossigen Rettungswache bereitstehen sollen, werden mit Feuerwehrleuten der Bergedorfer Wache 26 besetzt. Die neue Wache beherbergt auch eine Desinfektionshalle, in der die Fahrzeuge komplett entladen werden können, um die Ausrüstung zu reinigen. „Das ist tägliche Routine“, sagt Fehling. Die Feuerwehrleute wiederum gehen nach jedem Einsatz durch eine Schleuse, einen abgeriegelten Bereich, in dem sie duschen und sich umkleiden, um keine Kontamination in das Haus zu tragen.

Rettungswachen sind schneller zu besetzen, hätten im Zweifelsfall Priorität

Die Rettungswache bietet Platz für bis zu 45 Mitarbeiter, „mindestens 25 werden vor Ort sein“, sagt Fehling. Für sie werden nun Sozialräume mit Übernachtungsmöglichkeiten, Schulungs- und Lagerräume sowie Büros gebaut.

Die neue Feuer- und Rettungswache wird sich über insgesamt rund 1500 Quadratmeter Bruttogrundfläche erstrecken. Das Grundstück umfasst knapp 6500 Quadratmeter. Innensenator Andy Grote (SPD) betonte, wie wichtig die neue Wache ob des steigenden Einsatzaufkommens sei. Die Modulbauweise – erst Rettungs-, dann Feuerwache – solle nun Schule machen, werde derzeit auch in Neugraben-Fischbek angewendet. Denn generell, so erläutert Gebäudemanager Fehling, seien Rettungswachen schneller zu besetzen, hätten sie im Zweifelsfall Priorität.

Ob der Zeitplan eingehalten wird, ist unklar

Christian Schwarz, Amtsleiter der Feuerwehr Hamburg, lobte die „kompakte Bauweise“ in Zeiten, in denen Flächen in der Großstadt sehr rar sind. Der Standort hinter der Aral-Tankstelle im Gewerbegebiet Allermöhe war der Feuerwehr Ende 2016 vom Bergedorfer Bezirksamt angeboten worden, berichtete der Feuerwehrchef.

Martin Görge, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH, sagte, dass das Haus aus Verbundstein zukunftsweisend gebaut und wenig Energie verbrauchen werde. Ob der Zeitplan weiter eingehalten werden und im Dezember tatsächlich Einweihung gefeiert werden könne, sei allerdings unklar, warnte Görge mit Verweis auf Materialengpässe in Zeiten von Krieg und Corona.

Großtanklöschfahrzeug könnte im zweiten Modul untergebracht werden

Die Bodenplatte für die Rettungswache war eigentlich schon im Februar gelegt worden, berichtet Sprinkenhof-Sprecher Vieten. Doch es sei kein früherer Termin für den Festakt gefunden worden. „Im September wollen wir Richtfest feiern.“

Die Pläne für das zweite Modul, die Feuerwache Allermöhe, seien bereits ausgearbeitet, weiß Fehling. Vier Fahrzeuge inklusive Drehleiter sollen dort – wie an der Bergedorfer Wache am Sander Damm – untergebracht werden, „eventuell auch ein Großtanklöschfahrzeug“. In der Feuerwache soll auch ein Sportraum für die Einsatzkräfte eingerichtet werden, die sich ja stets für ihre Einsätze fit halten müssen.