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Reitteam Ochsenwerder hat eine neue Heimat gefunden

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Lena Diekmann
Melanie Liem (v. l.), Josephine Bornhöft und Janina Lüneberg vom Reitteam Ochsenwerder und ihre Ponys, Pferde und Reitschülerinnen finden auf der Reitanlage in Wentorf nun in einer großen Reithalle ideale Unterrichtsbedingungen.

Melanie Liem (v. l.), Josephine Bornhöft und Janina Lüneberg vom Reitteam Ochsenwerder und ihre Ponys, Pferde und Reitschülerinnen finden auf der Reitanlage in Wentorf nun in einer großen Reithalle ideale Unterrichtsbedingungen.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Melanie Liem hat ein großes Gelände in Wentorf gepachtet. Dort ergeben sich für die 42-Jährige ganz neue Möglichkeiten.

Wentorf. Melanie Liem und ihr Reitteam Ochsenwerder haben wieder die Umzugskartons gepackt. Anfang Dezember wurden die Ponys und Pferde auf Anhänger verladen und in ihren neuen Stall gebracht. Von nun an sind sie am Grübbenweg in Wentorf zu Hause. „Und jetzt sind wir gekommen, um zu bleiben“, ist die 42-Jährige aus Neuengamme überzeugt, die von allen Mella genannt wird.

Als sich die Möglichkeit ergab, das als Reitsportzentrum Wentorf bekannte Gelände zu pachten, stand die 42-Jährige vor einer Entscheidung: „Aufhören oder richtig groß werden.“ Sie entschied sich für das Großwerden und erfüllte sich sogleich einen Lebenstraum: „Ich habe mir einen eigenen Radlader gekauft“, sagt die gelernte Erzieherin.

Reitteam Ochsenwerder übernimmt das Reitsportzentrum Wentorf

Als Mella Liem im Jahr 2005 das Reitteam Ochsenwerder gründete, war der Standort auf dem Gelände des elterlichen Garten- und Landschaftsbaubetriebs am Ochsenwerder Norderdeich eigentlich nur als Übergangslösung gedacht. Zum Start mit fünf Reitschülern und ein paar Ponys war er perfekt, doch das Team und die Herde wurden größer.

Zehn Jahre später gehörten bereits 50 Reitschüler und 13 Ponys zum Team – und am Ochsenwerder Norderdeich wurde es zu eng. Stationen in Kirchwerder, Reitbrook und zuletzt Öjendorf folgten – der Name „Reitteam Ochsenwerder“ blieb: „Und der wird auch in Wentorf bleiben“, betont Mella Liem.

Als Zwölfjährige bekam Mella Liem ihr erstes Pony

Schon als Zwölfjährige wurde Mella Liem zur stolzen Besitzerin eines Vierbeiners, als ihr Großvater ihr ein Pony schenkte. Mit 18 kaufte sie sich dann von ihrem zusammengesparten Geld das erste eigene Pferd. Für 1000 Mark rettete sie „Suleika“ vor dem Schlachter. Noch heute gehört die mittlerweile 29 Jahre alte Stute, die 2009 ein Stutenfohlen zur Welt gebracht hat, zu ihrer Herde.

Bei der Geburt von „Ultima“ war Mella Liem damals so aufgeregt, als würde sie selbst ein Kind bekommen, erinnerte sich die Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn. Und auch „Ultima“ ist mittlerweile Mutter: Die zweieinhalb Jahre alte „Sinfonie“ steht nun in einer Box neben Mutter und Großmutter: „Drei Generationen in einem Stall“, sagt Mella Liem.

100 Reitschüler und 20 Ponys und Pferde gehören zum Team

Heute gehören etwa 100 Reitschüler und insgesamt 20 Ponys und Pferde zum Team, das im Sommer mit einem schweren Druse-Ausbruch, einer schweren Atemwegserkrankung beim Pferd, zu kämpfen hatte (wir berichteten). „Die ist glücklicherweise überstanden“, sagt Mella Liem.

Die Vierbeiner haben auf dem etwa 2,5 Hektar großen Gelände in Wentorf nun einen eigenen Stalltrakt. Zudem gibt es in weiteren Trakten Boxen für Einsteller (Plätze sind noch frei) und für die Voltigierpferde des Hamburg Wentorfer Reitvereins, der seinen Stammsitz auf dem Gelände am Grübbenweg hat. Auch zwei Reithallen, ein Springplatz, ein Dressurplatz, Paddocks und Weiden können genutzt werden.

Ab Januar unterstützt ein angestellte Stallhelfer bei der Arbeit

Ebenso schließt sich ein „traumhaftes Gelände“ zum Ausreiten an, das Mella Liem bei all den im Umzug anfallenden Aufgaben bisher nur kurz erkunden konnte. „Für uns ist das purer Luxus. Wir genießen es jeden Tag“, sagt Mella Liem. Und auch für die 42-Jährige ist in Sicht, dass sie bald wieder mehr Zeit für Reitunterricht und ihr Team haben wird: Im Januar tritt ein angestellter Stallhelfer seine Arbeit an.