Kiefernholzwespe

Das Insekt mit der Vorliebe für Nadelholz

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Eine Schwarze Kieferholzwespe auf abgestorbenem Holz am Fersenweg in Kirchwerder.

Eine Schwarze Kieferholzwespe auf abgestorbenem Holz am Fersenweg in Kirchwerder.

Foto: Dr. Ute Meede

Sie ist schlank und etwa drei Zentimeter lang. Manch einer trägt sie mit ins Wohnzimmer, wenn er Holz reinholt.

Hamburg. Wer beim Kaminholzstapeln unvermittelt ein schlankes, etwa drei Zentimeter langes Insekt entdeckt, das einen zusätzlich fast körperlangen dolchartigen Fortsatz besitzt, könnte verunsichert sein. Es ist jedoch nur ein Weibchen der harmlosen Schwarzen Kiefernholzwespe, die nicht stechen kann und für Menschen gänzlich ungefährlich ist. Diese Holzwespenart ist nicht einmal ein Forstschädling, denn sie sucht nur nach abgestorbenem Holz. Am Fersenweg in Kirchwerder steht so ein abgestorbener Baum, den ein Holzwespen-Weibchen für die Eiablage aufsuchte. Verbautes Holz wird dazu nicht angenommen.

Männchen und Weibchen der Kieferholzwespe sind schwarz

Holzwespen gehören zu der Ordnung der Hautflügler (Hymen­optera). Männchen und Weibchen sind überwiegend schwarz, schlank mit zylindrischem Hinterleib und langen Beinen. Die Beinfarbe ist beim Männchen schwarz mit roten Knien und roten Tarsen, den letzten Gliedern der Beine.

Bei Weibchen leuchten die Beine gänzlich orangefarben. Außerdem trägt es den nahezu zwei Zentimeter langen Legebohrer (Ovipositor), der den nach hinten gestreckten Körper optisch verlängert. Es ist also auf den ersten Blick erkennbar, welches Geschlecht die Holzwespe hat. Beide Geschlechter haben auffallend lange schwarze Fühler.

Ihre Eier entwickeln sich im Holz abgestorbener oder kranker Baumarten

Die Art ist in Europa nördlich bis Norwegen verbreitet, östlich bis Japan. Die Eier entwickeln sich im Holz abgestorbener oder kranker Baumarten. Für ihre Entwicklung benötigen die Eier mindestens ein Jahr, in nördlichen Breiten oder höheren Lagen bis zu drei Jahre. Offenbar bevorzugt die Schwarze Holzwespe Stämme zur Eiablage, die von anderen Holzwespenarten belegt wurden.

Die Larve nagt sich in das Holz, vergrößert am Ende den Gang und bleibt bis zu ihrer Verwandlung dort. Zu ihrer Entwicklung benötigt sie eine Pilzart, die sie von einer anderen Holzwespenart übernimmt, da sie selbst nicht über einen eigenen (symbiontischen) Pilz verfügt. Sobald sie als geflügeltes Vollinsekt im Sommer schlüpft, ist sie bis in den späten Herbst hinein zu erwarten, sie ist tagaktiv.

Seit 2015 ist eine weitere Art der Holzwespe bekannt

Die Art galt bisher als einzige Vertreterin der Gattung. 2015 beschrieb der Experte Henri Goulet dann eine zweite Art neu, die zuvor mit der Schwarzen Kieferholzwespe verwechselt worden war. Sie unterscheidet sich von dieser in der Farbe der Hüften (Coxen).

Übersetzt bedeutet der neue lateinische Artname (X. pallicoxae) „bleiche Hüfte“. In älteren Literaturangaben ist der Bezug unklar. In England, Wales und Irland wurde die neu beschriebene Art selten gesichtet. Offenbar gibt es selbst in Europa im Insektenreich noch viele Forschungsmöglichkeiten.