Aufforstung

In Kirchwerder wächst der erste „Stadtwald für Hamburg“

| Lesedauer: 4 Minuten
Lena Diekmann
Am 27. November bald an dieser Stelle eine essbare Hecke gepflanzt werden: Finn Peters (unten v.l.), Janna Jeschke und Lasse Peters vom Verein „Wefield“ machen mit ihrem Projekt „Stadtwald für Hamburg“ den Auftakt auf Hof Eggers und werden dabei von Hoffreund Egon Blum aus Neuengamme (hinten v.l.) und Hofchef Henning Beeken unterstützt.

Am 27. November bald an dieser Stelle eine essbare Hecke gepflanzt werden: Finn Peters (unten v.l.), Janna Jeschke und Lasse Peters vom Verein „Wefield“ machen mit ihrem Projekt „Stadtwald für Hamburg“ den Auftakt auf Hof Eggers und werden dabei von Hoffreund Egon Blum aus Neuengamme (hinten v.l.) und Hofchef Henning Beeken unterstützt.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Der Verein „Wefield“ macht sich stark für mehr Biodiversität und will ungenutzte Flächen bepflanzen. Auftakt ist auf dem Hof Eggers.

Hamburg. Bislang graste auf der Weide neben dem Rundweg vom Hof Eggersauch schon mal die Rinderherde des Bio-Hofes. Doch schon bald sollen an dieser Stelle nicht nur Insekten, Vögel und Säugetiere einen Lebensraum, sondern selbst Menschen etwas Essbares vorfinden können.

Denn der Verein „Wefield“ pflanzt auf einem bis zu zehn Meter breiten Streifen entlang des Weges eine „essbare“ Hecke aus Walnuss- und Obstbäumen sowie Beerensträuchern. Damit macht der Verein mit seinem Langzeitprojekt „Stadtwald für Hamburg“ den Auftakt in Kirchwerder.

In Kirchwerder wächst der erste „Stadtwald für Hamburg“

„Unser Ziel ist es, lebensarme Flächen in Ökosysteme für Tiere, Pflanzen und Menschen zu verwandeln“, erklärt Lasse Peters, der den Verein Ende 2019 gemeinsam mit seinem Bruder Finn und weiteren Freunden gegründet hat. Die engagierten jungen Männer hatten es satt, in ihrer Heimat Kaltenkirchen immer nur auf weite Maisfelder zu blicken, erinnert sich Lasse Peters.

Nun setzen sie sich aktiv für mehr Biodiversität ein: Ungenutzte Flächen in der Stadt sollen bepflanzt werden. „Die dichte Bepflanzung der Flächen absorbiert und speichert CO2, dadurch werden nicht nur die Luft und das Klima besser, sondern auch der Boden“, erklärt Finn Peters.

Die Ernte der Frucht- und Nussbäume, der Sträucher und der Nutzpflanzen bringe zudem frisches Obst und Gemüse in die Nachbarschaft. „Das bedeutet mehr Wildnis, mehr Vielfalt und mehr Qualität für die Stadt“, ist Finn Peters überzeugt.

30 Menschen haben sich schon „Wefield“ angeschlossen

Mittlerweile gehören 15 aktive Mitglieder dem Verein an, in Summe haben sich bis zu 30 Menschen „Wefield“ angeschlossen. Um mit anzupacken, muss man aber nicht dem Verein angehören: So sind Interessierte am 27. November auf dem Hof Eggers willkommen, um die essbare Hecke aus mehr als 100 Nuss- und Obstbäumen sowie einen wilden Laubwald aus Pappeln, Eiben und Weiden zu pflanzen.

Über ein Projekt der HafenCity Universität, wo Finn Peters derzeit den Masterstudiengang Architektur absolviert, kam der Kontakt zum Hof Eggers zustande. Hofchef Henning Beeken hielt den Ansatz des Vereins sogleich für unterstützenswert und stellt nun etwa 1500 Quadratmeter für den Stadtwald zur Verfügung.

Verein sammelt Spenden für die Aufforstung

Und auch Egon Blum aus Neuengamme, der dem Hof schon seit Jahrzehnten auch als Mitglied des Freundeskreises verbunden ist, suchte mit seiner Frau seit einiger Zeit nach einer Möglichkeit, um für ein Aufforstungsprojekt zu spenden. Das hat er nun im „Stadtwald für Hamburg“ gefunden und unterstützt das Projekt finanziell.

Doch dabei soll es nicht bleiben: Unter dem Motto „Viele schaffen mehr“ sammelt der Verein Spenden und wird dabei von der Hamburger Volksbank unterstützt: Jede Spende bis 100 Euro wird von der Hamburger Volksbank verdoppelt. ​Diese Aktion findet in dem Projekt „Fördern statt Feiern” statt, das zum 160-jährigen Jubiläum der Bank initiiert wurde.

Zwei weitere Höfe sind im Frühjahr an der Reihe

Etwa 30.000 Euro muss der Verein für die Bepflanzung der ersten drei Standorte aufbringen. Denn nach dem Auftakt auf Hof Eggers stehen auch bereits der Bauernhof Gut Haidehof in Wedel und der Biohof Wilkenshoff in Hollenstedt als Standorte für das Projekt fest.

Dort soll im kommenden Frühjahr gepflanzt werden. Danach möchte der Verein mit seinem Stadtwald-Projekt von den Höfen am Rande der Stadt immer weiter in Richtung Stadtmitte vorziehen.

Kontakt – ob bei Fragen zu Spenden oder zur Pflanzaktion auf Hof Eggers – gibt es per E-Mail an info@wefield.org. Weitere Infos zum Verein gibt es im Internet unter www.wefield.org.