Tatenberg

Bestätigt: Giftige Schwermetalle unter Liegewiese

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Lena Diekmann
Die Liegefläche Höhe Tatenberger Bucht und Regattastrecke muss voraussichtlich saniert werden: Unter der Grasnarbe wurden Schadstoffe nachgewiesen.

Die Liegefläche Höhe Tatenberger Bucht und Regattastrecke muss voraussichtlich saniert werden: Unter der Grasnarbe wurden Schadstoffe nachgewiesen.

Foto: Lena Diekmann

Das ehemalige Spülfeld am Tatenberger Deich wurde aufwendig untersucht. Der Umweltbehörde liegen erste Untersuchungsergebnisse vor.

Hamburg. Auf der Liegewiese Höhe der Regattastrecke am Tatenberger Deich wurden vor fünf Jahren im Zuge der Hamburger Olympiabewerbung Belastungen des Oberbodens festgestellt. Um das genaue Ausmaß zu bestimmen, ließ die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (Bukea) im Juli und August Bodenproben entnehmen.

Insgesamt 150 Proben wurden auf der etwa zwei Hektar großen Fläche aufwendig mit dem Handbohrstock an die Oberfläche befördert. Nach der Untersuchung im Labor für Hygiene und Umwelt liegen nun erste Ergebnisse vor. Sie bestätigen die stichprobenartigen Untersuchungen aus dem Jahr 2016. „Das Spülgut (Auffüllung) ist flächig belastet, wobei Arsen, Schwermetalle und Benzo(a)pyren die maßgeblichen Belastungen darstellen“, teilt die Bukea mit. Eine Gefahr durch direkten Kontakt mit den Schadstoffen bestehe wegen des Grasbewuchses auf der Fläche aber nicht, stellt die Umweltbehörde fest.

Beim Bau der Regattastrecke wurde die Fläche vor 50 Jahren aufgespült

Die Fläche auf Höhe der Grundstücke 34 bis 95 am Tatenberger Deich wurde von 1968 bis 1971 im Zuge des Baus der Regattastrecke aufgespült. Dafür wurde Schlick verwendet, der vermutlich aus Bille und Alster stammt. Insgesamt lasse sich die Ausdehnung der Auffüllung gut vom natürlichen Boden abgrenzen, heißt es in den Zwischenergebnissen. Demnach weise die belastete Auffüllung eine Höhe von 20 Zentimetern bis zu 2,30 Meter auf.

In einer Bohrung wurde die Auffüllungsgrenze bei 2,50 Meter nicht angetroffen, stellt die Bukea fest. Auf dem Uferstreifen wasserseitig des vorhandenen Weges gingen die Belastungen der Auffüllung deutlich zurück. „In Teilen ist hier keine Auffüllung vorhanden“, stellen die Experten für Bodenschutz und Altlasten in der Umweltbehörde fest.

Belasteter Boden muss vermutlich abgetragen und ersetzt werden

Parallel zum Spülgut wurde auch der Oberboden der wasserseitigen Deichböschung untersucht. „Die Ergebnisse fielen unauffällig aus, sodass hier keine Maßnahmen erforderlich sind“, heißt es aus der Umweltbehörde. Jedoch werden auf der Liegefläche voraussichtlich

Der Umfang einer möglichen Sanierung lasse sich auf Grund der Untersuchungsergebnisse gut festlegen. Allerdings seien die Laboruntersuchungen noch nicht vollständig abgeschlossen. Eine abschließende Bewertung könne daher erst erfolgen, wenn alle Ergebnisse vorliegen, so die Behörde.

Ziel: Erhalt der Fläche als Park- und Freizeitfläche

Mögliche Sanierungsvarianten sollen dann im Zuge einer technischen Machbarkeitsstudie untersucht und bewertet werden. Schon während die Bodenproben genommen wurden stellten die Experten für Bodenschutz und Altlasten fest, dass ein Überschütten der Fläche nicht in Frage kommen würde. Vielmehr müsse belasteter Boden abgetragen und ersetzt werden. Und auch dann würde die Fläche nicht in einem Stück aufgegraben werden, sodass sie zumindest teilweise weiterhin genutzt werden könnte. „Ziel bleibt der Erhalt der Fläche als Park- und Freizeitfläche“, betont die Umweltbehörde.

Über die Bohr- und Erkundungsarbeiten am Tatenberger Deich und den Stand der Ergebnisauswertung können sich Bürger auch im Internet informieren auf der Seite www.hamburg.de/altlastensanierung/15272642/spuelfeld-tatenberger-deich/.