Geschützte Insekten

Achtung, Paarungszeit: Hornissen sind auf Partnersuche

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Die dunklen, gebogenen Fühler sind ein eindeutiges Erkennungsmerkmal des Hornissen-Drohn.

Die dunklen, gebogenen Fühler sind ein eindeutiges Erkennungsmerkmal des Hornissen-Drohn.

Foto: Dr. Ute Meede

Die Drohnen schwärmen derzeit aus und sind auf der Suche nach Jungköniginnen. Woran man eine männliche Hornisse erkennt.

Hamburg. Ende September und nun an sonnigen Oktobertagen sind auch am Kirchwerder Marschbahndamm Hornissen unterwegs. Während der hektischen Flugmanöver ist es schwierig, Geschlechtstiere und Arbeiterinnen zu unterscheiden. Sobald einzelne Exemplare auf Brombeerblättern oder anderer Vegetation kurzzeitig ruhen, sind es häufig Drohnen. Sie sind nun bemüht, Jungköniginnen aus einem anderen Staat zu finden, um sich zu paaren.

Auf noch durch Sonneneinwirkung warmer Vegetation suchen Jungköniginnen nach Nahrung, ebenso Arbeiterinnen, die noch verbliebene Larven füttern könnten. Die Drohnen nehmen die gleichen Flugrouten, um dort Jungköniginnen zu finden. Beliebte Vegetation sind Brombeerpflanzen oder Efeu, die auch von Wespen angeflogen werden.

Um eine Jungkönigin zu finden, setzen Hornissen-Drohnen die Fühler ein

Wespen wiederum sind Beute für Hornissen. Drohnen erbeuten keine Insekten, ihre Mundwerkzeuge (Mandibeln) sind dafür nicht genügend entwickelt. Sie verbleiben nach der vollen Entwicklung im Nest, um dort Nahrungsbrei aufzunehmen und so Energie für die Paarungsphase zu speichern. Da sie nicht mehr in das eigene Nest zurückkehren, nehmen sie mit Vorliebe Nektar, beispielsweise an noch blühendem Efeu, auf.

Die dunklen, gebogenen Fühler eines Drohn sind ein eindeutiges Erkennungsmerkmal. Die Antennen eines Männchens bestehen aus 13 Einzelsegmenten. Königinnen und Arbeiterinnen haben zwölf Segmente. Um eine Jungkönigin zu finden, setzt ein Drohn die Geruchsrezeptoren in den Fühlern ein.

In diesen Sinnesorganen sind auch Tast- und Geschmackszellen vorhanden. Ein weiterer Unterschied in der Anatomie ist der Hinterleib (Abdomen) der männlichen Hornisse, der aus sieben Segmenten besteht, bei Königin und Arbeiterinnen sind es sechs.

Eine männliche Hornisse kann nicht stechen

Im Gegensatz zu den weiblichen Hornissen kann ein Drohn nicht stechen. Der Stachel hat sich aus einer Lege­röhre entwickelt und fehlt den Männchen. Allerdings kann ein Drohn mit seinem Kopulationsorgan vortäuschen, zu stechen. Damit löst er einen Schreck bei dem Fänger aus, der ihn spontan loslässt.

Ein Drohn besitzt lange Flügel und fliegt geschickt und ausdauernd. Die Routineflüge auf der Suche nach Jungköniginnen sind an Vormittagen bis gegen Mittag zu beobachten. Nachts bilden sie Schlafgruppen mit anderen Drohnen.

Nur die Jungköniginnen überleben den Winter

Nicht alle Drohnen haben die Chance, eine Partnerin zu finden. Sobald es zur Paarung kommt, fallen beide auf den Erdboden, und auf den Betrachter wirkt die Paarung wie ein Ringkampf, bei dem es schwierig ist zu erkennen, wer dabei der aktivere Teil ist.

Männchen haben danach nur noch kurze Zeit zu leben. Auch die Arbeiterinnen, die die alte Königin bereits aus dem Nest entfernten, und die letzten Larven sterben ­spätestens nach den ersten Nachtfrösten. Nur die Jungköniginnen überwintern in frostfreien Verstecken.

Hornissen sind als Art in Deutschland besonders geschützt.

( HA )