Allermöhe

Sieben Stege für Badegäste im Sommer an der Dove-Elbe

| Lesedauer: 4 Minuten
Thomas Heyen
Sommer 2021 auf der Dove-Elbe: Badegäste tummeln sich auf den Stegen des Regattazentrums am Allermöher Deich 36. Im kommenden Sommer werden diese Stege nicht mehr für Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen, sondern durch Gittertore abgesperrt sein.

Sommer 2021 auf der Dove-Elbe: Badegäste tummeln sich auf den Stegen des Regattazentrums am Allermöher Deich 36. Im kommenden Sommer werden diese Stege nicht mehr für Freizeitaktivitäten zur Verfügung stehen, sondern durch Gittertore abgesperrt sein.

Foto: Thomas Heyen

Durch die Nutzung der Stege der Wassersportler an der Dove-Elbe brachten sich Badegäste oft in Gefahr. Jetzt gibt es einen Kompromiss.

Allermöhe. Die Dove-Elbe im Bereich der Regattastrecke am Allermöher Deich lockte in den vergangenen Sommern etliche Sonnenhungrige, die sich auf den Stegen des Landesruderverbands Hamburg tummelten und in der Fahrrinne badeten – zum Missfallen der Leistungssportler, die dort trainierten.

Doch die Badegäste behindern nicht nur die die Profisportler und Olympiakader-Athleten: „Sie bringen sich beim Baden in der Fahrrinne in Lebensgefahr“, sagt Werner Glowik, Vorsitzender des Landesruderverbands. Schließlich könne ein Schwimmer von einem Ruder oder Paddel getroffen werden. Auch die Bergedorfer Schifffahrtslinie sei dort unterwegs. Deshalb werden ­alle neun Stege des Verbandes mit Gittertoren umzäunt (wir berichteten).

Vier Stege der Ruderer werden drei Monate für Besucher geöffnet

Für die Badegäste gibt es aber eine – weitere – gute Nachricht. Die vier Stege in Höhe der Festwiese am Eichbaumsee werden zwar ebenfalls mit Metalltoren gesichert, doch von Juni bis August sollen sie offen bleiben, teilt Glowik mit. „Das ist Teil des Deals mit der Bezirks­versammlung“.

Die Öffnung der Stege überrascht die Politik, die sich fraktionsübergreifend für eine Verbesserung der Situation an Dove-Elbe und am Eichbaumpark eingesetzt hat. Denn noch vor einigen Monaten hatte Glowik den Politikern wenig Hoffnung gemacht, weil die Stege der Sportler für den Badebetrieb ­ungeeignet seien.

Badegäste bekommen ihre eigenen Schwimmstege

Bereits im Juni hatten wir berichtet, dass Badegäste deshalb ihre eigenen Schwimmstege bekommen. Die Bergedorfer Koalition (SPD, Grüne, FDP) hatte sich dafür erfolgreich eingesetzt. Am nördlichen Ufer der Dove-Elbe sollen in Höhe des Eichbaumparks drei weitere Schwimmstege bis kommendes Jahr installiert werden.

Verantwortlich zeichnet die Umweltbehörde, die die Stege innerhalb des umfangreichen Naturschutzprojekts „Natürlich Hamburg!“ anlegt. Mitte Juni wurde das Vorhaben im Umweltausschuss vorgestellt. Stephan Meyns (FDP) geht davon aus, dass der Antrag der Koalition nach wie vor umgesetzt und es drei neue Stege für Badegäste geben wird, auch wenn vier Sportler-Stege in den Sommermonaten freigegeben werden. „Wir freuen uns natürlich über dieses zusätzliche Angebot für Badegäste“, sagte er.

Arbeiten an den Sportler-Anlagen bald beendet

Was die drei neuen Stege kosten sollen, konnte Meyns nicht beantworten. So weit sei die Planung noch nicht vorangeschritten. Die Abschirmung der Sportler-Stege mit Gittertoren kostet laut Glowik rund 150.000 Euro – Geld, das vom Sportamt schon im vergangenen Jahr freigegeben worden sein soll. Es handelt sich um Mittel, die nach der gescheiterten Olympia-Bewerbung der Hansestadt im Rahmen des Projekts Active City zur Verfügung stehen.

In den kommenden Wochen sollen die Arbeiten an den Sportler-Stegen beendet und die Gittertore installiert sein, berichtet Glowik. Ihre Befestigung ist für die Arbeiter eine Herausforderung: 15 bis 20 Meter hinein in den lockeren Boden im Uferbereich der Dove-Elbe mussten die Pfeiler gerammt werden, an denen die Tore hängen sollen.

Auftrag zur Verkehrssicherung muss erfüllt werden

Die „mächtigen Bauwerke“ (Glowik) seien schon aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen notwendig: Sollte ein Badegast in dem Bereich der Dove-Elbe verunglücken, wolle weder der Verband noch der Bezirk oder die Stadt zur Kasse gebeten werden. „Das ist bei anderen Sportanlagen an Schifffahrtswegen ebenfalls mit verschlossenen Stegen geregelt“, sagt der Vorsitzende des Landesruderverbandes.

Glowik ist froh, dass die Tore montiert werden. „Wir haben lange auf die Handwerker warten müssen.“ Noch länger dauerte allerdings die Planungs und Beantragungsphase, die Abstimmung mit Sportamt, Bezirksamt und Politik.

Seit Beginn der ersten Planungen sind fast zweieinhalb Jahre vergangen. Damals hatte sich die Mutter einer Ruderin beschwert, dass die Sportler Badende verletzten könnten und einem hohen Risiko ausgesetzt seien. Das brachte alles ins Rollen. Glowik: „Wir müssen unseren Auftrag zur Verkehrssicherung erfüllen und dafür sorgen, dass sich Ahnungslose nicht in Gefahr bringen.“