Naturbeobachtungen

Quirlige Jagd der Zilpzalps in den Vierlanden

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Ein Zilpzalp jagt in einem Hagebuttenstrauch Insekten.

Ein Zilpzalp jagt in einem Hagebuttenstrauch Insekten.

Foto: Dr. Ute Meede

Der Zilpzalp jagt in Gruppen, ist ein geschickter Flieger, hat einen kräftige Gesang und ist gut in den Vierlanden zu beobachten.

Von Dr. Ute Meede

In den Vierlanden war ein größerer Familienverband von Zilpzalps auf Nahrungssuche. Der Schwarm flog quirlig durch einen großen Hagebuttenstrauch, um Insekten aufzustöbern. Die zielgerichteten kurzen Flugmanöver waren meist erfolgreich. Sobald ein noch so kleines Insekt aufflog, wurde es in der Luft geschnappt, sogleich schloss sich das nächste Stöbern an.

Bei der recht kleinen Beute waren die kurzen Rüttelflüge der Zilpzalps in der Luft und die flatternden Sprünge durch die Zweige über einen längeren Zeitraum zu beobachten. In der Großfamilie gab es einen Jungvogel, dem die Jugendmauser deutlich anzusehen war. Dieser Nachwuchs war ebenso emsig beim Insektenfang wie die Altvögel.

Diese Naturbeobachtungen in den Vierlanden nur im Sommerhalbjahr möglich

Während der ersten Brut von März bis Juli ist der Zilpzalp an seinem Gesang zu erkennen, der lautmalerisch klingt wie sein Name. Ein Erkennungsmerkmal im Unterschied zu seiner Zwillingsart, dem Fitis, ist der Gesang. Nach Ende der Brutzeit sind es die dunklen Beine. Der Zilpzalp gehört zu den Laubsängern und ist vom Nordosten Spaniens bis nach Sibirien verbreitet. Je nach der Region seiner Fortpflanzungszeit ist die Art Kurz- oder Langstreckenzieher.

Unser heimischer Zilpzalp überwintert im Mittelmeerraum oder in Oasen der Sahara. Die Nahrung der Zilpzalps besteht hauptsächlich aus kleinen Insekten und deren Entwicklungsstadien. Männchen treffen Ende März vor den Weibchen im Brutrevier ein und beginnen zu balzen, sobald ein Weibchen eintrifft. Das Paar ist für die Saison annähernd monogam.

Der Zilpzalp brütet bodennah und in Reichweite von Wasser

Brutreviere sind bevorzugt in Wassernähe, um trinken und baden zu können. Weibchen wählen den Nistplatz und bauen das rundliche Nest allein. Der Zilpzalp brütet bodennah in Brombeerbüschen, hohem Gras oder auch in Brennnesselbewuchs.

Nach dem zweiwöchigen Bebrüten der bis zu sechs Eier werden die Nesthocker etwa zwei Wochen lang überwiegend mit kleinen weichhäutigen Wirbellosen gefüttert. Wenige Tage später können die Jungen bereits kurze Strecken fliegen. Sie werden noch bis zu drei weitere Wochen von den Eltern gefüttert.