Vier- und Marschlande

„Erntedank ist der Tag der Dankbarkeit’“

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Imke Kuhlmann
Anna von Deyn (Erntekönigin, v.l.), Senator Jens Kerstan, Hauptpastor Dr. Jens-Martin Kruse, Bischöfin Kirsten Fehrs, Martin Lüdeke (Präsident Bauernverband Hamburg), Barbara Froh (Vorsitzende Landfrauenverband Hamburg), Marlis Clausen (Vorsitzende GVM) und Christiana Koop (Ernteprinzessin) bei der Übergabe der Erntekrone an die Stadt Hamburg.

Anna von Deyn (Erntekönigin, v.l.), Senator Jens Kerstan, Hauptpastor Dr. Jens-Martin Kruse, Bischöfin Kirsten Fehrs, Martin Lüdeke (Präsident Bauernverband Hamburg), Barbara Froh (Vorsitzende Landfrauenverband Hamburg), Marlis Clausen (Vorsitzende GVM) und Christiana Koop (Ernteprinzessin) bei der Übergabe der Erntekrone an die Stadt Hamburg.

Foto: Imke Kuhlmann

Jubiläum: Der Landfrauenbund Hamburg übergibt in St. Petri und Pauli zum 25. Mal die Erntekrone an die Stadt Hamburg.

Moorfleet/Hamburg. Zum 25. Mal übergab der Landfrauenverband Hamburg am Sonnabend die üppige Erntekrone in der Hauptkirche St. Petri an die Stadt Hamburg. Symbolisch nahm der Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Jens Kerstan (Die Grünen) das Zeichen des Erntedanks in Empfang.

Bereits zum zweiten Mal gestalteten die Landfrauen den Gottesdienst gemeinsam mit der Gemeinschaft der Vier- und Marschlande (GVM), um ein Zeichen für Zusammenhalt zu setzen. Denn der über Norddeutschlands Grenzen bekannte Ernte-Umzug musste in diesem Jahr erneut ausfallen. „Es heißt nicht mehr: Augen zu und durch, sondern Augen auf und zusammen etwas verändern“, sagte die Erntekönigin Anna von Deyn in ihrem Grußwort. Die Ernteprinzessin Christina Koop ergänzte, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz nur gemeinsam funktionieren.

Regionalität feiert „Comeback“ in der Corona-Pandemie

Auch die Vorsitzende des Landfrauenverbandes Hamburg Barbara Froh setzte ihr Grußwort unter das Dach der Dankbarkeit und der Gemeinsamkeit. „Wir können trotz aller Einschränkungen dankbar sein, dass wir hier in Hamburg aktuell keine Umweltkatastrophen erleben mussten“, sagte sie mit Blick auf die Flutkatastrophe im Ahrtal. Gemeinsamkeit sei in allen Situationen eine Stärke der Landfrauen. „Erntedank ist der Tag der Dankbarkeit“, so Bischöfin Kirsten Fehrs, die gemeinsam mit Hauptpastor Dr. Jens-Martin Kruse durch den Gottesdienst führte.

Es sei die Zeit der Fülle, der Gerüche, des Genusses aber auch die Aufgabe aller, die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern zu würdigen. So würde täglich das Dreifache der Fläche des Heiligengeistfeldes in Deutschland versiegelt. Senator Jens Kerstan, der seit dem Jahr 2020 für die Agrarwirtschaft verantwortlich zeichnet, sagte: „Ich bin leidenschaftlicher Hobbykoch und weiß die Produkte der Vier- und Marschlande zu schätzen.“ Und auch er wünscht sich, dass alle gemeinsam an Lösungen arbeiten, um die Landwirtschaft tragfähig zu erhalten.

Kinderchor „Sonnenstimmen“ sorgte für eine besondere Stimmung

Der Präsident des Hamburger Bauernverbandes Martin Lüdeke warb darum, die Landwirte positiv in ihrem Schaffen zu sehen. „Insektenschutz ist für uns Landwirte von großer Bedeutung“, sagte er. Er beklagte, dass die Bauern häufig in den Verruf geraten, zum Insektensterben beizutragen. Hamburgs Bauernpräsident sieht in der Corona-Pandemie ein „Comeback“ der Regionalität. Klimaschutz wie auch der Umweltschutz seien Ziele, vor denen keiner die Augen verschließen dürfe. „Doch die Themen dürfen die Menschen nicht spalten“, so sein Appell.

Geduldig harrten rund 30 Kinder, darunter auch die Jugendgruppe der Vierländer Speeldeel, in der unter Corona-Bedingungen komplett gefüllten Kirche aus. Der Kinderchor „Sonnenstimmen“ mit 18 kleineren und größeren Kindern brachte unter der Leitung von Juliane Brachvogel eine besondere Stimmung in Kirche. Und so hieß passenderweise eines der Lieder: „Wir singen vor Freude“.

( iku )