Aus der Tierwelt

Wie Schmetterlinge gut überwintern

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Ein frisch geschlüpftes Tagpfauenauge am Rotklee.

Ein frisch geschlüpftes Tagpfauenauge am Rotklee.

Foto: Dr. Ute Meede

Naturbeobachtungen von Dr. Ute Meede in den Vier- und Marschlanden: Das Tagpfauenauge schlüpft noch einmal im Spätsommer.

Hamburg. Schmetterlinge, die in den Vierlanden den Winter als Falter verbringen werden, sind das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, der Admiral und der C-Falter. Sie gehören zu den Edelfaltern, die gern in geschützten Orten wie Dachböden, Gartenhäuschen, Garagen oder Kellern Unterschlupf suchen.

Gut geeignet sind Ställe, die genügend feucht sind. Dachböden können als Winterquartier problematisch werden, sobald sie zu trocken und im Frühjahr verschlossen sind. Auch in der Natur gibt es Verstecke, die genügend geschützt sind wie verlassene Baumhöhlen oder selbst Fuchsbauten.

Das Tagpfauenauge ist ein besonderes Exemplar aus der Tierwelt

Bis auf den C-Falter haben die Raupen der als Falter überwinternden Edelfalter eine gemeinsame Vorliebe: Es ist die Große Brennnessel, auf die sie als Nahrung angewiesen sind. Der C-Falter labt sich ebenso gern an diesen Brennnesseln, jedoch können seine Raupen auch auf andere Nahrungsquellen wie Weiden, Ulmen, Haselsträucher, Stachel- und Johannisbeeren ausweichen.

Während spätsommerlicher warmer Septembertage, steht bei einigen Insektenarten noch die Fortpflanzung im Mittelpunkt. Das Tagpfauenauge hat sich gepaart und das Weibchen hat bis zu maximal 150 Eier für die letzte Generation in diesem Jahr unter die Blätter frischer Brennnesseltriebe abgelegt. Aus den grünlich gefärbten etwa ein Millimeter kleinen Eier schlüpfen zunächst nur drei Millimeter lange Raupen, die im rasanten Tempo die Futterpflanze vertilgen.

Tagpfauenauge findet über Geruch zu den Blüten

Nach der ersten Häutung sind sie noch graubraun. Knapp vier Wochen später sind sie etwa vier Zentimeter lang, schwarz, weiß gepunktet und haben schwarze Dornen. Die Verpuppung und das Schlüpfen zum Falter folgen schnell, um noch rechtzeitig vor einem Kälteeinbruch Nektar als Nahrung aufzunehmen und sich einen geeigneten Überwinterungsplatz auszuwählen.

Nun waren frisch geschlüpfte Tagpfauenaugen zu beobachten, die bei guter Witterung am Rotklee, Acker-Kratzdistel oder am noch blühenden Schmetterlingsstrauch (Buddleja) zu entdecken sind. Das Tagpfauenauge findet über Geruch zu den Blüten. Geruchsrezeptoren wurden in seinen Fühlern nachgewiesen.

Verbreitungsgebiet von Mitteleuropa bis nach Japan

Gegen Fressfeinde klappt das Tagpfauenauge seine Flügel zusammen. Ihre Unterseite ähnelt einem dürren Blatt und er ist optisch verschwunden. Bei drohender Gefahr klappt er seine Flügel ruckartig auseinander und erschreckt den Beutegreifer mit den Augenflecken. Gefährdet ist das Raupenstadium durch Fliegenarten, die an den Raupen parasitieren.

In Mitteleuropa ist das Tagpfauenauge häufig vertreten, sein Verbreitungsgebiet reicht über Asien bis nach Japan. Aufgrund der Raupennahrung ist er nicht gefährdet. Nach der Überwinterung werden die Falter an warmen Märztagen bis Mai wieder aktiv sein.