Ausflug

Rundweg in Kirchwerder: 45 Minuten lang Natur pur genießen

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Thomas Heyen
Der Verein Freundeskreis Hof Eggers, Hofbetreiber Henning Beeken (4. v. l.), Britta Buhck (r.) und Nabu-Vertreter bei der Eröffnung des Naturwanderpfads.

Der Verein Freundeskreis Hof Eggers, Hofbetreiber Henning Beeken (4. v. l.), Britta Buhck (r.) und Nabu-Vertreter bei der Eröffnung des Naturwanderpfads.

Foto: Thomas Heyen

2,2-Kilometer lange Strecke auf dem weitläufigen Gelände des Hofes Eggers wurde jetzt mit Infotafeln ausgestattet.

Kirchwerder. Etwa eine dreiviertel Stunde benötigt der Besucher des neuen Rundwanderpfads in der Ohe in Kirchwerder, um die 2,2-Kilometer-Tour gemütlich zu meistern. Der Verein Freundeskreis Hof Eggers hat zwölf informative Schautafeln am Wegesrand aufgestellt, die Naturfreunde über Flora und Fauna, aber auch über den Hof Eggers am Kirchwerder Mühlendamm 5 informieren. Denn dort, an der Remise, startet der Rundgang, der entlang führt an Feldern und Weiden, die von Hofbetreiber Henning Beeken bewirtschaftet werden.

Der Infopfad darf von allen Spaziergängern kostenlos genutzt werden. Angeleinte Hunde dürfen sich dort ebenfalls bewegen. Der Freundeskreis hofft auf rege Wanderbewegungen, will die Besucher für Naturschutz und Nachhaltigkeit sensibilisieren. „Hier kann man die Natur erleben und auch Stille wahrnehmen“, sagt Heike Deutschmann, Vorsitzende des Vereins.

Großteil der Kosten hat die Buhck-Stiftung übernommen

Der unbefestigte Pfad – ein grasbewachsener Feldweg – zwischen dem denkmalgeschützten Bio-Bauernhof, der Riepenburger Mühle und dem Kirchwerder Marschbahndamm existiert schon länger, berichtet Altbauer Georg Eggers. „Der erste, mehr als 20 Jahre alte Wanderweg, ist nun mit einbezogen“, sagt der 80-Jährige. Mehrere Sitzbänke am Wegesrand laden zum Verweilen ein.

Die Anfertigung der stabilen, auf Metallständern befestigten Infotafeln kostete mehrere Tausend Euro. Den Löwenanteil der Kosten, 4000 Euro, übernahm die Buhck-Stiftung. „Den Rest hat der Freundeskreis bezahlt“, sagt Vereinsmitglied Gerhard Deutschmann. Das Geld sei durch Verkaufsaktionen bei Hoffesten eingenommen worden oder von Mitgliedern als Vereinsbeitrag gezahlt worden, betont er.

Nabu und Landesjagdverband haben mitgeholfen

Damit auf den Schautafeln kein Unfug steht, sondern fundierte Informationen, hatte der Freundeskreis den Bergedorfer Nabu und den Hamburger Landesjagdverband, der sich ebenfalls um Naturschutz bemüht, mit ins Boot geholt.

Dem Team vom Hof Eggers ist es schon seit Jahrzehnten ein Anliegen, Menschen von außerhalb zu erreichen: „Wir wollen Achtung und Verantwortung für die Natur vermitteln“, sagt Georg Eggers, der schon seit den 1980er-Jahren Interessierte über den Hof führt, „von Kitagruppen bis zu Senioren“. Seit der Bauernhof vor 30 Jahren auf Ökolandbau umstellte, habe die Zahl der Führungen zugenommen. Sein Neffe und Nachfolger als bewirtschaftender Landwirt und Hofbetreiber, Henning Beeken, bedankte sich bei der Einweihung des Pfads beim Freundeskreis: „Nur dank des Vereins lässt sich so etwas neben dem Geschäftsbetrieb realisieren.“

Schautafeln informieren über Tierwelt in Kirchwerder

Der Wanderweg führt unter Bäumen, an Rindern, einem Entwässerungsgraben und einem Storchenhorst vorbei. Die Schautafeln informieren über Tiere, die in Kirchwerder leben, etwa Nerze und Bisamratten. Bienen und Störche haben jeweils ihre eigene Tafel. Die Artenvielfalt, alte Obstbaumsorten, „Grabennatur“ und „Holz in der Marsch“ sind weitere Themen, über die die Spaziergänger Wissenswertes erfahren. Auch der Biolandwirtschaft und der Solidarischen Landwirtschaft werden Schautafeln gewidmet, ebenso einem Hofspiegel, der Zahlen und Fakten über den Betrieb verrät.

Menschen, die auf unwegsamem Gelände schlecht zu Fuß sind – bei schlechtem Wetter sind übrigens Regenstiefel ein Muss –, können abkürzen und den Rundweg ein Stück weit in die entgegengesetzte Richtung gehen. Dort kommen sie schnell auf Asphalt in Form zweier Betonbahnen für die Traktoren. Damit niemand vom rechten Weg abkommt, weisen auf Pfosten montierte Pfeile den Weg.

Die Idee zu dem Projekt hatte der Freundeskreis schon länger, im Frühjahr 2020 begann die Arbeit an den Infotafeln. „Wir wollen die Gäste des Hofes abholen und ihnen zusätzliche Informationen bieten“, sagt Heike Deutschmann.