Polizei Hamburg

Gesucht: Neue Dorfsheriffs für die Vier- und Marschlande

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Marco Schulz (r.) hat im Juni den Polizeiposten Fünfhausen/Warwisch von André Suhr übernommen, der in den Ruhestand gegangen ist. Anfangs sollte der Posten nicht neu besetzt werden, die Polizei sich von der Wache Bergedorf aus um das Gebiet kümmern. Darum hatte es eine intensive politische Diskussion gegeben. 

Marco Schulz (r.) hat im Juni den Polizeiposten Fünfhausen/Warwisch von André Suhr übernommen, der in den Ruhestand gegangen ist. Anfangs sollte der Posten nicht neu besetzt werden, die Polizei sich von der Wache Bergedorf aus um das Gebiet kümmern. Darum hatte es eine intensive politische Diskussion gegeben. 

Foto: Thomas Heyen

Dorfsheriffs dringend gesucht! Die Polizei sucht drei Beamte, die in den Vier- und Marschlanden Dienst tun wollen.

Hamburg. Nachdem im Mai bekannt geworden ist, dass der neue Polizeiposten Fünfhausen/Warwisch künftig von der Bergedorfer Wache aus in sein Einsatzgebiet ausrücken soll, ging ein Aufschrei durch das Landgebiet: Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Gewerkschaften wollten ihre „Dorfsheriffs“ in gewohnter Form erhalten.

Das ist gelungen: Marco Schulz hat im Juli seinen Posten am Ochsenwerder Elbdeich bezogen. „Ein Glücksgriff“, wie Bernd Kies, Stabsleiter der Bergedorfer Wache (PK 43), im jüngsten Regionalausschuss feststellte. Denn der neue Dorfsheriff wohnt in Ochsenwerder und stellt dort auch seine Räumlichkeiten der Polizei zum Arbeiten zur Verfügung.

Polizei Hamburg sucht nicht nur Dorfsheriffs, sondern auch Immobillien

Gerade die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten sei die größte Herausforderung, die auf die Polizei in den kommenden Jahren zukommen werde, so Kies. Denn bis 2023 werden drei weitere Polizeiposten in Pension gehen.

Dass die Stellen wieder besetzt werden sollen, stehe außer Zweifel. Das hatte auch die Innenbehörde kürzlich in der Antwort auf ein FDP-Auskunftsersuchen bestätigt (wir berichteten). Es würden Hospitationen angeboten, um die Arbeit der Polizeiposten kennenzulernen: „In einer Großstadtpolizei kann nicht jeder Schutzmann sich etwas unter einem Dorfsheriff vorstellen“, sagt Kies. Doch es gebe bereits einige Interessenten: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir gutes Personal und auch Räumlichkeiten finden“, sagt der Stabsleiter aus Bergedorf.

Die Hamburger Immobilienpreise sind auch ein Problem für die Polizei

Dabei müssten auch Kompromisse gemacht werden, könne die Postenphilosophie vom Wohnen und Arbeiten unter einem Dach, auch bei den herrschenden Immobilienpreisen, nicht unbedingt aufrecht erhalten werden. Stattdessen müssten Diensträume in dem jeweiligen Einsatzgebiet geschaffen werden.

Dazu würde die Polizei bereits Gespräche führen, wie mit Bezirk und auch Feuerwehr. „Wir wollen die Präsenz so nah wie es geht in den Vier- und Marschlanden erhalten. Das haben wir bisher geschafft, das werden wir auch weiter schaffen“, sagt Kies zuversichtlich.

Politik sichert Bergedorfer Polizei Rückendeckung zu

Stephan Meyns (FDP) nimmt dabei auch den Senat in die Pflicht: „Innere Sicherheit kostet eben auch Geld“, stellt er fest. Und für das Sicherheitsgefühl der Menschen im Landgebiet seien die Dorfsheriffs extrem wichtig. „Sie gehören zu den Vier- und Marschlanden einfach dazu“, betont Meyns. Auch Jörg Froh (CDU) sicherte der Bergedorfer Polizei Rückendeckung zu.

Unterstützend dazu wurde im Regionalausschuss ein CDU-Antrag einstimmig auf den Weg gebracht. Demnach soll sich auch die Bezirksamtsleitung dafür einsetzen, dass bei den nächsten Pensionierungen zeitnah entsprechende Diensträume bereitgestellt werden.

( ld )