Radweg

Der Marschbahndamm wird zum Zankapfel

| Lesedauer: 3 Minuten
Lena Diekmann
Auf etwa einem acht Kilometer langen Teilstück des Marschbahndamms, wie hier in Ochsenwerder, besteht der Marschbahndamm aus zwei Betonspuren mit „freier Mitte“. Vor allem um ihren Erhalt entbrannte im Regionalausschuss eine hitzige Diskussion.

Auf etwa einem acht Kilometer langen Teilstück des Marschbahndamms, wie hier in Ochsenwerder, besteht der Marschbahndamm aus zwei Betonspuren mit „freier Mitte“. Vor allem um ihren Erhalt entbrannte im Regionalausschuss eine hitzige Diskussion.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Im Naturschutzgebiet den Elberadweg asphaltieren – eine „nackte Katastrophe“ oder angemessen im Sinne der Freizeitnutzung?

Hamburg. Eine mögliche Sanierung des Marschbahndamms schlägt weiter hohe Wellen: Mehr als 1300 Unterschriften von Bürgern wurden in nur 72 Stunden gesammelt, um gegen eine durchgängige Asphaltierung zu protestieren. „Wir wollen nicht, dass noch weitere Naturflächen versiegelt werden und fürchten um die Sicherheit, wenn der Marschbahndamm ein Anziehungspunkt für Rennradfahrer wird“, erklärt Britta Josenhans aus Kirchwerder, die gemeinsam mit Kerstin Wobbe die Unterschriftensammlung initiiert hat. Sie wurden an Bernd Capeletti und Stephan Meyns als Vorsitzende des Regionalausschusses übergeben, wo der Antrag der Koalition umstritten diskutiert wurde.

Grüne, SPD und FDP hatten in der jüngsten Bezirksversammlung mit der Mehrheit ihrer Fraktionen einen Antrag auf den Weg gebracht, der die Sanierung des Marschbahndamms vorsieht. Das Bezirksamt hat damit den Auftrag erhalten, sich bei den Fachbehörden dafür einzusetzen, den Marschbahndamm zu sanieren und zu asphaltieren sowie zu prüfen, ob hierfür Mittel auf Landes- und Bundesebene eingeworben werden können (wir berichteten).

Noch führen zwei betonspuren durch sattes Grün

Ins Zentrum der Debatte ist vor allem der rund acht Kilometer lange Abschnitt der insgesamt fast 40 Kilometer langen Strecke geraten, der vom Avenberg in Ochsenwerder bis zum Kirchenheerweg in Kirchwerder verläuft. Im Gegensatz zum Rest des asphaltierten Marschbahndamms, führen dort zwei Betonspuren durch sattes Grün. CDU und Linke wollen diese „freie Mitte“ unbedingt erhalten, sei sie doch unverzichtbar für Landwirte, Reiter oder auch Amphibien. Der Vorschlag, noch weitere Flächen zu versiegeln, sei für ihn eine „nackte Katastrophe“, schimpfte Ernst Heilmann (Die Linke). Jörg Froh (CDU) forderte die Koalition daher dazu auf, ihren Antrag zurückzuziehen und die Thematik vorab ausführlich mit Bürgern zu diskutieren.

Laut Lenka Brodbeck (Die Grünen) sei die Behauptung der CDU, man wolle im Naturschutzgebiet asphaltieren, schlichtweg falsch. Viel mehr ziele der Antrag der Koalition darauf ab, ein Konzept zu erarbeiten, um Projektmittel einwerben zu können, betonte die Bezirksabgeordnete. Schließlich sei der Zustand der für die Freizeitnutzung und Tourismus wichtigen Strecke an vielen Stellen nicht zufriedenstellend, gebe es auf der bereits asphaltierten Strecke Unebenheiten und Schlaglöcher.

„Wollt ihr den Marschbahndamm nun asphaltieren – oder nicht?“

Das wollte Ernst Heilmann aber so nicht gelten lassen. Denn im Antrag sei schließlich von „Sanierung und Asphaltierung“ die Rede. Also forderte er ein klares Lippenbekenntnis: „Wollt ihr den Marschbahndamm nun asphaltieren – oder nicht?“ Lenka Brodbeck vertraue auf die Experten: „Wir sind sicher, dass die Fachleute eine Lösung finden werden, die sowohl den Erfordernissen des Naturschutzes wie denen des Verkehrs gerecht wird.“

Doch Heilmann bohrte weiter und kommentierte die Redebeiträge der Grünen noch bevor sie ihre Ausführungen beendet hatte. Erst das Einschreiten von Ausschussvorsitzenden Bernd Capeletti konnte Ernst Heilmann bremsen, bevor die Diskussion zu eskalieren drohte.

Nach der Sommerpause soll über Konzeptfortschritt berichtet werden

In den kommenden Monaten soll nun von den Fachbehörden und Bezirksamt ein Konzept erarbeitet werden, wie und an welchen Stellen eine Sanierung des Marschbahndamms möglich wäre. „Ich kann Ihnen versichern, dass über konkrete Maßnahmen erst nach einer Beteiligung der Vier- und Marschländerinnen und des Regionalausschusses entschieden wird“, betont Lenka Brodbeck.

Dem Regionalausschuss soll nach der Sommerpause im August über den Fortschritt der Konzepterarbeitung berichtet werden.