Bergedorf

Marschbahndamm: CDU fürchtet Invasion der Radfahrer

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Ulf-Peter Busse
Beliebter Radweg: der Marschbahndamm, hier bei der Querung des Ochsenwerder Kirchendeichs.

Beliebter Radweg: der Marschbahndamm, hier bei der Querung des Ochsenwerder Kirchendeichs.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Der Marschbahndamm soll attraktiver werden. Die Koalition beschließt durchgängige Asphaltierung für Radfahrer.

Bergedorf. Der Marschbahndamm droht buchstäblich unter die Räder zu kommen. So fürchtet es jedenfalls die CDU, die nach kontroverser Diskussion in der Bezirksversammlung am Donnerstag von der Koalition aus SPD, Grünen und FDP überstimmt wurde. Mit der 8:7-Stimmen-Mehrheit der Koalition wurde deren Antrag zur Komplettsanierung der beliebten Radwege-Trasse beschlossen, die den fast 40 Kilometer langen alten Bahndamm zum „touristischen Aushängeschild der Vier- und Marschlande“ machen soll, wie es Lenka Brodbeck (Grüne) formulierte.

Konkret werden Hamburgs Fachbehörden jetzt aufgefordert, die Strecke neu zu asphaltieren und insbesondere die acht Kilometer zwischen Ochsenwerder und Kirchwerder anzufassen, wo der Damm bisher noch aus einem Betonspurweg mit unbefestigtem Mittelteil besteht. „Ist diese wichtige Wegeverbindung des Landgebiets attraktiv, schafft das Anreize, auf das Fahrrad oder E-Bike umzusteigen“, sagte Brodbeck.

CDU fürchtet Invasion der Rennradfahrer

Genau das macht der CDU aber Angst. „Je besser ein Radweg im Landgebiet ist, umso stärker zieht er Rennradfahrer an. Das rücksichtslose Verhalten von einigen aus dieser Gruppe führt heute schon zu zahlreichen Problemen und gefährlichen Begegnungen mit Fußgängern, anderen Radfahrern und vor allem Familien mit Kindern, die auf dem Marschbahndamm gern unterwegs sind“, sagte Bernd Capeletti. Zudem werde die Strecke teils von Landwirten mit ihren großen Maschinen befahren, und sie führe mitten durch das Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen, was dort eine Asphaltierung der Betonspurwege eigentlich unmöglich mache.

Die CDU hatte in einem Änderungsantrag zu dem der Koalition eindringlich dafür plädiert, die komplexe Thematik erst im Regionalausschuss Vier- und Marschlande zu diskutieren, bevor der Sanierungswunsch gleich an Hamburgs Behörden getragen werde. „Nicht alles, was dort entschieden wird, ist automatisch gut für Bergedorf“, so Capeletti. Eine Sichtweise, die auch Lutz Jobs von den Linken unterstrich: „Allein die intensive Debatte hier in der Bezirksversammlung hat doch gezeigt, wie wichtig es ist, eine für alle Beteiligten vernünftige Lösung hier vor Ort zu finden.“

Grüne plädiert für innovatives Denken

Für Lenka Brodbeck gingen diese Einwände am Thema vorbei. Die Sanierung des Marschbahndamms sei ein wichtiger Beitrag zur Mobilitätswende in Hamburg. Örtliche Einwände seien zwar wichtig, bremsten aber durch das Denken in Traditionen oft Veränderungen aus: „Gerade jetzt ist es wichtig, innovativ zu denken“, sagte die Grüne.

So wurde dann auch entschieden: Die Überweisung beider Anträge zur Diskussion im Regionalausschuss – angeregt von den Linken – fiel ebenso durch wie der CDU-Antrag selbst. Nun soll dem Regionalausschuss gleich nach den Sommerferien berichtet werden, was Hamburg von den Sanierungswünschen der Koalition auf dem Marschbahndamm umsetzen will.