Literaturfest

Wolfgang Borchert: Um ein Haar ein Vierländer Jung

Der Hamburger Schriftsteller Wolfgang Borchert wäre dieses Jahr 100 geworden.

Der Hamburger Schriftsteller Wolfgang Borchert wäre dieses Jahr 100 geworden.

Foto: picture alliance / akg-images

Die Stadt Hamburg feiert den 100. Geburtstag des Schriftstellers. Seine Mutter Hertha wuchs in Kirchwerder auf.

Hamburg. Der Hamburger Schriftsteller Wolfgang Borchert wäre am 20. Mai 100 Jahre alt geworden. Deshalb fördert die Kulturbehörde ein Literaturfest mit dem Titel „Hamburg liest Borchert“. Noch bis zum 12. Juni steht die Stadt ganz im Zeichen Borcherts (1921-1947).

Seine Mutter Hertha (1895-1985) wurde in Altengamme geboren und wuchs in Kirchwerder auf. Sie war ebenfalls Schriftstellerin. Ihr Vater leitete die Schule Kirchwerder bei der Kirche (heutige Stadtteilschule). Ihr späterer Ehemann Fritz Borchert, der Vater von Wolfgang, arbeitete dort als junger Lehrer. Das Paar zog nach Eppendorf, wo Wolfgang geboren wurde. Sonst wäre Wolfgang Borchert womöglich ein waschechter Vierländer Jung geworden.

Literaturfest "Hamburg liest Borchert": Mehr als 30 Veranstaltungen

Mehr als 30 Veranstaltungen und Aktionen – darunter Lesungen, Gesprächsrunden, eine neue Ausstellung und ein „Geburtstagspicknick“ – sind in Borcherts Geburtsstadt geplant. Höhepunkt des Festivals ist eine Jubiläumswoche vom 17. bis 23. Mai mit einer Eröffnungsveranstaltung in den Hamburger Kammerspielen.

Das gesamte Programm findet sich im Internet unter www.hamburgliest.de. Wer dabei sein möchte, muss sich anmelden. „Die Planungen werden bei Bedarf an die aktuellen Corona-Bestimmungen angepasst“, sagt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde. „Die meisten Veranstaltungen könnten alternativ online stattfinden.“

Vortrag von Borchert-Expertin Ada-Verena Gass

Ada-Verena Gass, Journalistin und Borchert-Expertin aus Kirchwerder, widmet sich am Sonnabend, 8. Mai, 16.30 Uhr, im Museum im Marstall im niedersächsischen Winsen (Schloßplatz 11) den Parallelen in den Werken von Wolfgang Borchert und seiner Mutter. In einigen Texten des berühmten Sohnes gebe es „große Ähnlichkeit im Ausdruck der Empathie“, betont Ada-Verena Gass. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hum-winsen.de und per Telefon: 04171/34 19.

( hy )