Bergedorf

Wo Fußballer Gerald Asamoah einst seinen Angelschein machte

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Werner Kleint (l.) und Uwe Eggerstedt – hier vor dem Vereinsgewässer Regenrückhaltebecken Billwerder Billdeich – beenden nach 33 Jahren ihre Tätigkeit als Leiter von Angler-Lehrgängen.

Werner Kleint (l.) und Uwe Eggerstedt – hier vor dem Vereinsgewässer Regenrückhaltebecken Billwerder Billdeich – beenden nach 33 Jahren ihre Tätigkeit als Leiter von Angler-Lehrgängen.

Foto: Thomas Voigt

Nach 33 Jahren beenden Werner Kleint und Uwe Eggerstedt ihre Lehrgangstätigkeit. Unter ihren Schüler waren auch einige Prominente.

Hamburg. Mehr als drei Jahrzehnte lang haben sie beim Angelverein Bergedorf-West/Allermöhe die Lehrgänge geleitet, haben rund 6000 angehenden Freizeitanglern das Rüstzeug für diesen traditionsreichen Freizeitsport mit auf den Weg gegeben – jetzt wollen der Vereinsvorsitzende Werner Kleint und sein Kollege Uwe Eggerstedt ihre Tätigkeit aufgeben.

„Genau genommen möchte ich schon seit vier Jahren aufhören, immerhin werde ich dieses Jahr 80 Jahre alt“, meint Eggerstedt. Lange Zeit aber war er von der Hoffnung getrieben, im Verein einen Nachfolger als Ausbilder zu finden. Aber bislang hat sich keines der gegenwärtig etwa 300 Vereinsmitglieder bereitgefunden, in seine Fußstapfen zu treten.

Wer Angel-Nachwuchs ausbildet, muss viel investieren

Was Werner Kleint „gewissermaßen auch verständlich“ findet. Denn wer in einem Hamburger Angelverein Nachwuchs ausbilden will, muss viel investieren: 30 Unterrichtsstunden umfasst so ein Lehrgang, erstreckt sich also mindestens auf zwei Wochenenden. Und wer es machen will, muss zunächst selbst die Schulbank drücken bei einem einwöchigen Lehrgang für Ausbilder. Der läuft in der Regel in Süddeutschland, verursacht also Kosten für An- und Abreise und Unterkunft und kostet auch Urlaubstage. „So viel Einsatzbereitschaft hat doch heute kaum noch einer“, ist Kleint ganz realistisch.

Von ihren vielen Einsatzstunden seit dem Jahr 1988 bereuen die beiden keine Minute. Vier bis fünf Lehrgänge mit jeweils 35 bis 45 Teilnehmern haben sie pro Jahr gestemmt. „Angefangen hat es mit selbst gebastelten Folien und Bildern“, erinnert sich Kleint. „Später dann gab es den ersten großen technischen Sprung zu Overhead-Folien. Aber wer kennt das heute noch?“ Die folgende Einführung der Power-Point-Ära wuppte Kleint dann nicht nur für den eigenen Verein, sondern auch für den gesamten Hamburger Landesverband.

Prominenter Fußballer und Boxer im Unterricht

Uwe Eggerstedt möchte es nicht missen, all diese vielen unterschiedlichen Menschen kennengelernt zu haben. „In unseren Lehrgängen waren Professoren und Sonderschüler, Männer, Frauen, Jugendliche und Senioren, und da gab es keine Rangordnung. Sie alle waren die Teilnehmer, wir die Lehrgangsleiter.“ Auch Prominente wie Fußballer Gerald Asamoah und Boxer Dariusz Michalczewski saßen bei ihnen im Unterricht, paukten die Fächer Gerätekunde, Gesetzeskunde, Gewässerkunde, Allgemeine Fischkunde, Spezielle Fischkunde sowie Natur und Umwelt.

Auch ohne Beteiligung des Angelvereins Bergedorf-West/Allermöhe wird es im Treffpunkt „P5“ am Friedrich-Frank-Bogen weiter Angler-Lehrgänge geben. Denn auch die Kollegen vom Bergedorfer Angelverein bilden ihren Nachwuchs hier aus. Werner Kleint und Uwe Eggerstedt haben noch Anmeldungen für zwei Lehrgänge – die aber wegen Corona schon zweimal verschoben wurden. „Aber das schaffen wir noch, so bald es eben geht.“

( tv )