Prozess

Feuer am Holzhafenufer: Eifersucht als Hintergrund?

| Lesedauer: 3 Minuten
Lena Diekmann
Dieses Bild lässt ihn nicht mehr los: Der Verwalter des Geländes am Holzhafenufer machte diese Aufnahme, kurz nachdem er das Feuer entdeckt hatte.

Dieses Bild lässt ihn nicht mehr los: Der Verwalter des Geländes am Holzhafenufer machte diese Aufnahme, kurz nachdem er das Feuer entdeckt hatte.

Foto: PRIVAT

41-Jähriger wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht. Sieben weitere Verhandlungstage zum Brand am Holzhafen sollen folgen.

Moorfleet. Am Holzhafenufer gingen Mitte April ein Mobilheim, ein Wohnmobil, ein Hausboot und eine provisorische Bootshalle samt darin gelagerter Jacht lichterloh in Flammen auf. Und noch immer ist nicht geklärt, was das Feuer entfacht hat. Schon eine Woche nach dem Feuer wurde ein 41-Jähriger verhaftet, der seitdem im Gefängnis sitzt und dem schwere Brandstiftung vorgeworfen wird. Dafür muss er sich derzeit vor dem Hamburger Landgericht verantworten.

Holzhafen: Legte der 41-Jährige das Feuer aus Eifersucht?

Laut Anklageschrift könnte Eifersucht der Auslöser für die Tat gewesen sein. Dem Angeklagten soll ein Foto in die Hände gefallen sein, auf dem seine Ehefrau einem anderen Mann gerade einen Kuss auf die Wange gibt. Dieser Mann ist als Mechaniker am Holzhafenufer tätig und lebte auf dem Gelände in einem Mobilheim. Auch dieses ging in der Nacht in Flammen auf. Am gestrigen Montag versuchte das Gericht erneut, die Nacht des Feuers zu rekonstruieren. Dazu war ein Kumpel des Angeklagten geladen, der seit neun Jahren mit ihm befreundet ist.

Den Abend, bevor das Feuer ausbrach, verbrachte der Kumpel aber gemeinsam mit dem Mechaniker: In einer Wohnung in Neuallermöhe saß man beisammen, trank etwas und rauchte. Auch die Lebensgefährtin des geladenen Zeugen sowie die Ehefrau des Angeklagten waren dabei, denn beide Frauen verbindet nicht nur der gemeinsame Arbeitgeber, sondern auch eine Freundschaft.

Ehe des Angeklagten soll nicht immer harmonisch gewesen sein

Über seine Freundin habe der Zeuge mal mitbekommen, dass die Ehe des Angeklagten nicht immer harmonisch verlaufen sein soll. Auch von Gewalt sei die Rede gewesen. Der Zeuge habe davon aber nie etwas mitbekommen.

Was er aber noch wusste war, dass der Mechaniker an dem Abend ganz plötzlich das Beisammensein in Neuallermöhe verlassen habe. Der Bruder des Angeklagten habe den Mechaniker zuvor zwei Mal kurz angerufen. Nach dem zweiten Anruf habe er nur noch gesagt „Ich muss los, ich muss los“ und die Wohnung zügig verlassen, berichtet der Zeuge.

Verwalter erlebte den „Schock seines Lebens“

Der Mechaniker soll daraufhin zum Holzhafenufer gefahren sein. Als er dort ankam, stand sein Mobilheim schon lichterloh in Flammen. Der Verwalter des Geländes, der ebenso am Montag vor Gericht aussagte, werde die Bilder der Nacht „nicht mehr los“. Gegen 1.30 Uhr sei er in der Wohnung, die sich auf dem Gelände am Holzhafenufer befindet, aufgewacht und habe direkt einen roten Lichtschein bemerkt. Aus dem Bürofenster habe er dann die Flammen gesehen und sei „wie gelähmt“ stehen geblieben. Das Feuer habe sich rasend schnell ausgebreitet, berichtet der Verwalter. „Es war der Schock meines Lebens“, sagte der 72-Jährige.

Sieben weitere Verhandlungstage sind bis Februar angesetzt

Laut Anklage soll der Angeklagte eine Zigarette unter ein Kissen im Mobilheim gelegt und so das Feuer ausgelöst haben. Der 41-Jährige äußerte vor Gericht jedoch seine Zweifel, dass eine Zigarette so ein Feuer auslösen könne. Er habe selbst drei Jahre lang als Elektriker gearbeitet und daher viel mehr die elektrischen Heizungen als Auslöser in Verdacht, gab der 41-Jährige zu Protokoll.

Mehr dazu sollen das Gutachten und die Aussage einer Sachverständigen klären, die die verkohlte Brandstelle untersucht hat.

Bis Anfang Februar sind in dem Prozess noch sieben weitere Verhandlungstage angesetzt.