Vier- und Marschlande

10 Millionen aus Berlin zur Entwässerung des Landgebiets

Zukunftspläne vor alter Technik: SPD-Bundestagsabgeordneter Metin Hakverdi (Mitte) stellt im Schöpfwerk Allermöhe gemeinsam mit Bergedorfs Bezirksamtsleiter Arne Dornquast (von links), Uwe Wehling (Wasserwirtschaft), Laura Wohnrath (SPD-Bezirksabgeordnete) und Katja Kramer (SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung) die Pläne zum Binnenhochwasserschutz der Vier- und Marschlande vor.

Zukunftspläne vor alter Technik: SPD-Bundestagsabgeordneter Metin Hakverdi (Mitte) stellt im Schöpfwerk Allermöhe gemeinsam mit Bergedorfs Bezirksamtsleiter Arne Dornquast (von links), Uwe Wehling (Wasserwirtschaft), Laura Wohnrath (SPD-Bezirksabgeordnete) und Katja Kramer (SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung) die Pläne zum Binnenhochwasserschutz der Vier- und Marschlande vor.

Foto: BGZ/Diekmann

Bezirksamt verfolgt neue Variante zum Binnenhochwasserschutz. Bau von zwei Schöpfwerken in Tatenberg und Allermöhe geplant.

Allermöhe/Tatenberg.  Genau sieben Jahre sind mittlerweile vergangen, seit die Pläne zum Binnenhochwasserschutz der Vier- und Marschlande erstmals öffentlich im Regionalausschuss vorgestellt wurden. Vor allem der Bau von drei Schöpfwerken entlang der Stromelbe war darin vorgesehen.

Doch die Umsetzung scheitert bis heute daran, dass sich Grundeigentümer in Neuengamme nicht zum Verkauf ihres Landes überzeugen ließen. Nur drei Verträge konnten bislang unterschrieben werden, elf weitere würden noch fehlen, bestätigte die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) kürzlich auf unsere Nachfrage.

In Tatenberg und Allermöhe sollen Schöpfwerke gebaut werden

Nun wendet sich das Bezirksamt einer alternativen Variante zu: In Tatenberg sowie in Allermöhe, nahe der Krapphofschleuse, sollen Schöpfwerke entstehen. Statt in einem Binnenhochwasserfall das Wasser über die Vierlande in die Stromelbe zu pumpen, wird es dann über die Marschlande, Dove-Elbe und in Tatenberg raus in Richtung Norderelbe geleitet.

„Eine schneller umsetzbare Lösung, die technisch mindestens eine genauso gute Wirkung erzielt wie die andere Variante“, sagt Uwe Wehling aus der Wasserwirtschaft des Bergedorfer Bezirksamtes. Nur sie ist eben kostspieliger: Während für die ursprünglich geplante Variante 12 Millionen Euro vorgesehen waren, soll die neue Variante insgesamt 18 Millionen Euro kosten.

Neue Variante kostet insgesamt 18 Millionen Euro

Möglich wird eine Realisierung nun durch gut 10 Millionen Euro, die der SPD-Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi im Bundeshaushalt einwerben konnte. Im Juni stand er dazu erstmals in Kontakt mit dem Bezirksamt und kann fünf Monate später bereits Erfolg vermelden. Schließlich sei Eile geboten, der Prozess des Klimawandels so dynamisch, dass sich die Folgen schlecht abschätzen ließen, so Hakverdi: „Wir wollen nicht sehenden Auges die Vier- und Marschlande absaufen lassen.“

Zusätzlich zu den 10,25 Millionen aus Berlin sind auch im Hamburger Haushalt noch einmal 7,75 Millionen Euro vorgesehen. Die Abstimmungsgespräche dazu hat Metin Hakverdi gleich nach Ende der Sitzung des Haushaltsausschusses mit Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) geführt. Auch wenn noch nicht offiziell beerdigt, dürften damit auch die Pläne zur Anbindung der Dove-Elbe an die Tideelbe vom Tisch sein.

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In etwa drei Jahren könnte mit dem Bau begonnen werden

Das Bezirksamt Bergedorf will sich jetzt gemeinsam mit der Behörde und dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, die fachlich als auch technisch beteiligt sind, an die Planungen machen. Etwa drei Jahre werde es dauern, bis mit dem Bau begonnen werden könne, so Bezirksamtsleiter Arne Dornquast.

Unabhängig davon ist auch die Erneuerung der Pumpen im Schöpfwerk Allermöhe geplant. Etwa 450.000 Euro sollen 2021 in die Anlage am Allermöher Deich fließen. Sie spielt eine wesentliche Rolle für die Entwässerung von Bergedorf-West und Neuallermöhe.