Bezirksversammlung

Idee einer Stadtwerkstatt Curslack ist durchgefallen

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Ulf-Peter Busse
Malerisch und ursprünglich: Der Ortskern von Curslack gruppiert sich rund um die Kirche St. Johannis am Curslacker Deich.

Malerisch und ursprünglich: Der Ortskern von Curslack gruppiert sich rund um die Kirche St. Johannis am Curslacker Deich.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Vorstoß der CDU für Bürgerbeteiligung an der Zukunftsplanung des Dorfkerns in Curslack. Koalition votiert allerdings dagegen.

Curslack. Im Dauerstreit von Opposition und Koalition in Bergedorfs Bezirksversammlung sind jetzt die Curslacker unter die Räder gekommen: Eine von der CDU geforderte Stadtwerkstatt zur öffentlichen Diskussion der Entwicklung des alten Dorfkerns samt seines Umfelds ist von der Koalition aus SPD, Grünen und FDP kassiert worden. Mit ihrer Mehrheit verhinderten die drei Fraktionen die Überweisung des CDU-Antrags in den Regionalausschuss Vier- und Marschlande und stoppten die Stadtwerkstatt so, bevor ihre Einberufung überhaupt inhaltlich diskutiert werden konnte.

Kern der Koalitionskritik: Die Christdemokraten verfolgten mit der Stadtwerkstatt heimlich ein ganz anderes Ziel. Sie würden die Beteiligung der Curslacker bloß nutzen wollen, um den Bau der rund 50 Wohnhäuser zu verhindern, die die jüngste Fortschreibung des Bergedorfer Wohnungsbauprogramm nordwestlich des Dorfkerns als Erweiterung des Gebiets Tönerweg vorsieht. „Außerdem fehlt dem CDU-Antrag der Blick auf das direkt benachbarte Neuengamme, dessen Ortskern nur durch die Dove-Elbe vom Betrachtungsgebiet getrennt ist“, sagte Stephan Meyns (FDP). „Und Curslacks Infrastruktur ist heute schon bestens entwickelt. Hier gibt es Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Sport- und Freizeitangebote, Kitas und die Schule. Eine Stadtwerkstatt ist überflüssig.“

CDU will Bürger an Zukunftsplanung beteiligen

Die CDU sieht das anders: „Es ist wichtig, die Menschen an der Zukunftsplanung zu beteiligen, gerade wenn es um die Dorfkerne der Vier- und Marschlande geht“, sagte der Regionalausschuss-Vorsitzende Bernd Capeletti in der Bezirksversammlung. „Es geht um die behutsame Entwicklung dieser Kulturlandschaft und darum, die heute hier lebenden Menschen dabei mitzunehmen, bevor ein offizielles Bebauungsverfahren eingeleitet wird. Das ist unser Verständnis von bürgernaher Politik.“

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Capeletti verwies auf die große Beteiligung an den Stadtwerkstätten Ochsenwerder und Moorfleet – aber auch auf das Unverständnis, als die Ergebnisse für Ochsenwerders Ortskernentwicklung vom Tisch gewischt wurden, „nur damit die Grünen dem Bau von Oberbillwerder zustimmen“.

22 gegen 20 Stimmen von CDU, Linke und AfD

Das ließ die Begeisterung der Koalition für eine Stadtwerkstatt Curslack nicht gerade wachsen. Ebenso wenig, wie der Einwurf von Ernst Heilmann (Linke), die Kritik am CDU-Vorstoß basiere „nur auf Unterstellungen“. Am Ende sorgten SPD, Grüne und FDP mit ihren 22 Stimmen gegen die 20 Stimmen von CDU, Linke und AfD dafür, dass die Diskussion nicht im Regionalausschuss Vier- und Marschlande fortgesetzt werden kann.