Bergedorf

Mittwoch ist ein zukunftsweisender Tag für die Dove-Elbe

Die Dove Elbe, hier auf Höhe der Tatenberger Bucht, ist ein beliebtes Revier für Wassersportler und Hobbyschiffer.

Die Dove Elbe, hier auf Höhe der Tatenberger Bucht, ist ein beliebtes Revier für Wassersportler und Hobbyschiffer.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Am Mittwoch wird die Machbarkeitsstudie des Forums Tideelbe zur umstrittenen Öffnung der Dove-Elbe präsentiert. Die wichtigsten Fakten.

Bergedorf. Am Mittwoch will das Forum Tideelbe die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur umstrittenen Öffnung der Dove-Elbe für Ebbe und Flut vorstellen. Sie ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Politik. Vertreter vieler örtlicher Vereine, von Gartenbau- und Gewerbe, betroffene Anwohner sowie Politiker aus der Region wollen am Sonntag gegen das Vorhaben protestieren. Was sind ihre Sorgen? Und was verspricht sich das Forum Tideelbe eigentlich von dem Anschluss der Dove-Elbe an die Stromelbe? Wir haben zum Abschluss des Prozesses noch einmal die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Was ist das Forum Tideelbe?

Das Forum Tideelbe ist ein Zusammenschluss von mehr als 50 Organisationen aus den Anrainerländern der Tideelbe Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In den vergangenen vier Jahren wurde darüber beraten, wie sich die Dynamik der Tide wieder einem ausgewogenen Verhältnis annähern kann.

Was wurde untersucht?

Zu Beginn des Prozesses standen insgesamt 22 Maßnahmenvorschläge im Katalog, von denen fünf zur genaueren Untersuchung ausgewählt wurden. Neben der Dove-Elbe wurden Machbarkeitsstudien für die Alte Süderelbe, Borsteler Binnenelbe, Haseldorfer Marsch und die Kiesteiche (ehemals Senderfläche) zwischen Billwerder Billdeich und der S-Bahnstrecke Mittlerer Landweg aufgelegt.

Was soll der Anschluss der Dove-Elbe an die Tideelbe bewirken?

Mit einer Tideanbindung der Dove-Elbe an die Stromelbe soll das Tidevolumen des Flusses erhöht werden: Höhere Wassermengen und größere Rückstau- und Fluträume sollen der Verschlickung des Hamburger Hafens entgegenwirken.

Wie könnten Ebbe und Flut wieder in der Dove-Elbe einziehen?

Seit 1952 ist die Dove-Elbe durch die Tatenberger Schleuse vom Hauptstrom abgetrennt. Eins hatten schon die vorläufigen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie im Frühjahr gezeigt: Um wieder einen Tideeinfluss herzustellen, wären große und zugleich kostenintensive bauliche Veränderungen notwendig. Von der Tatenberger Schleuse bis zur Allermöher Kirchenbrücke müssten Spundwände errichtet, eine neue Schleuse müsste gebaut und die Tatenberger Schleuse zum Sperrwerk umgebaut werden. Die Kosten für die reinen Bauwerke wurden auf 250 Millionen Euro geschätzt, die Gesamtkosten dürften damit wesentlich höher sein.

Was sind die Sorgen entlang des Flusses?

Die Sorgen sind vielfältig: Neben der Zerstörung des bestehenden Ökosystems, in dem seltene Tiere wie Biber und Eisvogel heimisch sind, fürchten Wassersportler um ihr Revier, wenn der Fluss bei Ebbe fast trocken fallen würde. Ebenso wären gewerbetreibende Anrainer auf dem Wasserweg nicht mehr zu erreichen. Zudem wird eine Verschlickung der Dove-Elbe und vor allem der Jachthäfen befürchtet. Das Wasser aus dem Hafen würde nicht nur Sedimente, sondern auch Schadstoffe mit sich bringen. Das Tränken von Vieh wäre dann nicht mehr möglich. Anwohner befürchten zudem Schäden an Häusern, wenn sich durch den Tidenhub der Grundwasserspiegel verändert.

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Wer kann bei der Übergabe der Unterschriften dabei sein?

Die Versammlung ist auf 500 Personen begrenzt. Bei Unterschreitung des empfohlenen Mindestabstandes von 1,5 bis 2 Metern zu haushaltsfremden Personen ist das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes obligatorisch. Wer dabei sein möchte, meldet sich an per E-Mail an: teilnahme@dove-elbe-retten.de.