Kunsthandwerk

Zwei Schwestern gründen ihre eigene „Butik“

Marion Dünger (l.) und und ihre Schwester Ingrid Saalfeld bieten in „Emmis Butik“ selbst gefertigtes Kunsthandwerk an.

Marion Dünger (l.) und und ihre Schwester Ingrid Saalfeld bieten in „Emmis Butik“ selbst gefertigtes Kunsthandwerk an.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Ingrid Saalfeld und Marion Dünger haben am Norderquerweg mit „Emmis Butik“ einen kleinen Laden mit Kunsthandwerk eröffnet.

Kirchwerder. Es war das Geschirr in Chinablau, das einst den Anstoß gab: „Ich fand einfach keine Etagere zu meinem Service“, erinnert sich Ingrid Saalfeld. Also wurde die kurzerhand einfach selber gemacht. Die Etageren aus Porzellan sind längst zur Spezialität der 60-Jährigen geworden: Ob nur ein- oder gar vierstöckig, aus großen Cappuccinobechern, kleineren Teetassen bis hin zu filigranen Mokkatässchen – Ingrid Saalfeld setzt alles zu individuellen Etageren zusammen. Geeignetes Porzellan findet sie bei Haushaltsauflösungen oder auf diversen Flohmärkten. „Alte Dinge bekommen so wieder einen neuen Sinn, eben Upcycling-Handwerk“, sagt Ingrid Saalfeld.

Gebastelt „wie verrückt“ und dann fielen alle Märkte aus

Die Kreativität und Leidenschaft zum Basteln und Handwerken liegt in der Familie: „Mutti“ Jutta Behncken näht mit über 90 Jahren noch fleißig kuschelige Kissen, Schwester Marion Dünger (69) hat sich Schmuck und dekorativen Engel-Lampen verschrieben. In diesem Frühjahr hatten die beiden Schwestern eigentlich viel vor: Stände auf zahlreichen Frühjahrs- und Ostermärkten waren gebucht. „Wir haben den ganzen Winter über gebastelt wie verrückt“, erinnert sich Ingrid Saalfeld.

Vornamen und Schweden spielen beim Namen eine Rolle

Doch dann kam der Corona-Lockdown und sämtliche Kunsthandwerkermärkte wurden abgesagt. Aber der Keller war voll mit ihren Basteleien. Und so stellten sie sich vor ein paar Wochen eine entscheidende Frage: „Warum überhaupt in die Ferne schweifen, wenn es zu Hause in den Vierlanden doch so schön ist?“ Und Platz gibt es auf dem Grundstück am Norderquerweg 152 auch genug. So wurde dort „Emmis Butik“ gegründet: Beim Namen wurde lautmalerisch mit den Anfangsbuchstaben ihrer beiden Vornamen gespielt: Marion (Emm) und Ingrid (I) wird so zu Emmi. Und Butik ist der schwedische Begriff für Laden. „Wir mögen Schweden einfach sehr gern, es ist einfach freundlich und entspannt“, erklärt Ingrid Saalfeld. In einem Pavillon haben die beiden Schwestern ein kleines Lädchen eingerichtet: Neben Etageren in sämtlichen Varianten und Schmuck werden
auch Postkarten, Magnete, Lampen, Handytaschen, Mund-Nasen-Schutzmasken in Kinder- und Erwachsenengrößen, Taschen, Kissen oder Bienenwachstücher angeboten.

Emmis Butik soll eine feste Bleibe bekommen

Die beiden Schwestern haben Gefallen an ihrer Butik gefunden. „Der ständige Transport tat dem Porzellan der Etageren auch nicht unbedingt gut“, sagt Ingrid Saalfeld. Daher soll „Emmis Butik“ im Oktober nun eine feste Bleibe bekommen. Die zwölf Quadratmeter große Holzhütte ist bereits bestellt. Und auch die Farbe, in der sie gestrichen werden soll, steht längst fest: Schwedenrot.

Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 12 bis 18 Uhr. Auch an anderen Tagen unregelmäßig. Infos und Absprache: 0171/899 04 50.