Übernachten auf dem Lande

Wo man in „Knutschtonnen“ übernachten kann

Holger Heitmann in der großen Schlafkoje der Holzhäuser. Sie stehen inmitten von Apfelbäumen in Kirchwerder.Kasdorff

Holger Heitmann in der großen Schlafkoje der Holzhäuser. Sie stehen inmitten von Apfelbäumen in Kirchwerder.Kasdorff

Foto: Gabriele Kasdorff / Lauenburg / Kasdorff

Unternehmer Holger Heitmann bietet in Kirchwerder Übernachtungen in Holzfässern an. Die Gäste schätzen die idyllische Lage.

Kirchwerder. Umgeben von alten Apfelbäumen und dennoch nur eine halbe Stunde von Hamburgs Innenstadt entfernt warten die romantischen Holzfässer von Holger Heitmann (49) auf Gäste aus aller Welt. „Ich habe mit meiner Familie im bayerischen Inzell in solch einer Tonne übernachtet. Auch die Kinder fanden es toll, es roch herrlich nach Holz und wir haben wunderbar geschlafen“, sagt Heitmann. „Da kam mir die Idee, so etwas auch bei uns aufzubauen“, sagt der innovative Landwirt, der 2004 den Hof seiner Eltern am Kirchwerder Hausdeich 136 übernommen hat. Die Fässer bezeichnet er liebevoll als „Knutschtonnen“.

Seit 1573 ist der Hof im Familienbesitz. Holger Heitmann geht neue Wege, seit er den Hof von seinen Eltern übernahm. Statt weiter Gemüse anzubauen, sattelte er auf Tourismus um. Seine beiden historischen Fachwerkhäuser baute der gelernte Betriebswirt zu Ferienwohnungen um. „Seit diesem Frühjahr stehen bei uns nun drei dieser Tonnen. Die sind gemütlich, süß und kuschelig.“ So beschreibt er die Tonnen, die 4,30 Meter lang sind, einen Durchmesser von 2,30 Metern haben und im Apfelgarten stehen.

Eigenes Badezimmer in einem Container

Das etwas erhöhte Bett mit einer Liegefläche von zwei mal zwei Metern bietet ausreichend Platz. Die Bänke im vorderen Bereich der Tonne lassen sich ebenfalls zu Betten umbauen. Natürlich werden frisches Bettzeug und Handtücher mitgeliefert. Das eigene Badezimmer ist in einem Container direkt an der Seite der Tonne unterbracht. Es bietet eine große gläserne Duschkabine, Handwaschbecken mit schickem Spiegel und WC.

Trampolin, Grillplatz, Feuerschale und ein alter Backofen, rustikale Sitzgelegenheiten und Leihfahrräder – alles zur kostenfreien Nutzung – sowie Heitmanns eigene Wiese direkt an der Elbe runden das An­gebot perfekt ab. Wer möchte, kann gegen Aufpreis auch Wellness in Whirlpool und Sauna-Tonne genießen.

Heitmanns Holzfässer locken selbst Gäste aus Australien und Nordkorea

Das Ambiente bietet Entspannung pur, ermöglicht es, die Natur aus der Nähe zu erleben und zu genießen. „Ich hatte bereits Gäste aus aller Welt, unter anderem aus Australien, Japan und Nordkorea“, berichtet Heitmann voller Freude darüber, dass seine Idee so gut angenommen wird. Und während die Gäste entspannt frische Brötchen zum Frühstück vor den Tonnen genießen,
hören sie das beruhigende Rauschen des Chinaschilfes. Heitmann: „Miscanthus wächst extrem schnell, wird bis zu fünf Meter hoch. Das Schilf habe ich auf fünf Hektar angebaut und gewinne daraus etwa 25.000 Liter Öl, mit dem ich alles beheizen kann.“ Natürlich hat der findige Unternehmer, der 28 Jahre bei einer Bank arbeitete und dort vermögende Kunden betreute, auch für die kalte Jahreszeit vorgesorgt: „In den Tonnen befindet sich eine Infrarotheizung und eine Matratzenheizung, so wird es hier auch bei Minustemperaturen kuschelig warm.“

Eltern sind in den Betrieb eingebunden

Frisches Gemüse gibt es auf Wunsch aus dem Gewächshaus der Mutter. Auch die Eltern sind
in die neue Bewirtschaftung des Feriendomizils eingebunden, kümmern sich unter anderem um die Wäsche.

Die Übernachtung kostet in der ersten Nacht 70 Euro pro Fass (ein bis vier Personen), ab der zweiten Nacht werden 60 Euro fällig. Wer mehr über diese Oase der Entspannung und Romantik wissen möchte, erreicht Holger Heitmann telefonisch unter 0170/927 19 92.