Badeseen

Striktes Eingreifen zeigt Wirkung: Parkchaos bleibt aus

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Lena Diekmann
Die Abschleppwagen im Dauereinsatz: Wer seinen Wagen trotz Polizeisperre am Allermöher Deich abstellt, wo es aufgrund der Straßenverkehrs- oder Deichordnung nicht erlaubt ist, wird abgeschleppt.

Die Abschleppwagen im Dauereinsatz: Wer seinen Wagen trotz Polizeisperre am Allermöher Deich abstellt, wo es aufgrund der Straßenverkehrs- oder Deichordnung nicht erlaubt ist, wird abgeschleppt.

Foto: Thomas Voigt/

Polizei sperrte an diesem Wochenende schon vor der Mittagszeit die Zufahrt zu den Badeseen. Das zahlte sich aus.

Allermöhe/Ochsenwerder. Schon am Freitag merkte Susanne Möller, dass etwas anders war. Während vor ihrer Haustür am Allermöher Deich sonst vor allem am Wochenende extrem viel Verkehr herrscht, war es nun auffällig ruhig. Denn die Badegäste, die sonst in Scharen auf ihrem Weg zum See Hinterm Horn mit dem Auto vorbeifahren, wurden nun schon auf der Anfahrt von der Polizei gestoppt.

Um ein erneutes Parkchaos an den Badegewässern zu verhindern, und damit vor allem den Weg für Rettungsfahrzeuge und auch Busse oder landwirtschaftliche Maschinen frei zu halten, war die Polizei dort bereits am Freitag in der Zeit von 14 bis 19 Uhr präsent. Am Sonnabend und Sonntag waren die vorhandenen Parkplätze am See Hinterm Horn und am Hohendeicher See schon vor der Mittagszeit belegt, sodass die Zufahrten weiträumig abgeriegelt wurden. Wer seinen Wagen dennoch am Straßenrand abstellte, wurde abgeschleppt.

Strikte Maßnahme wird kontrovers diskutiert

Die Maßnahme wurde in den sozialen Medien kontrovers diskutiert: Während die einen das strikte Vorgehen kritisierten – es sei doch nur verständlich, dass Menschen bei Temperaturen über 30 Grad ans abkühlende Wasser möchten –, zeigte die Mehrheit aber Verständnis.

An den vergangenen Wochenenden habe man als Anwohner vom Allermöher Deich kaum noch mit dem Auto das Grundstück verlassen, um bei der Ab- und Anfahrt nicht im Stau zu stehen. „Ältere Nachbarn trauen sich gar nicht mehr weg, und Besuch kommt auch schon lange nicht mehr“, berichtet Susanne Möller. „Den Politikern im Regionalausschuss, Polizei und Verwaltung ist nun wirklich zu danken, dass etwas gemacht worden ist“, sagt sie, auch wenn sie durchaus Verständnis für die Menschen hat, die gern den See besuchen möchten, betont Möller – aber eben nicht, wenn dann kein Durchkommen mehr auf den Straßen ist.

Parkplatz auf der Festwiese am Eichbaumsee wird verstärkt genutzt

Dass auch viele Badegäste mit dem Fahrrad und dem Bus angereist seien, freut Anwohner Karsten Schütt. Auf Höhe der Regattastrecke hatte sich die Parksituation an diesem Wochenende erheblich entspannt, nachdem die Tiefbauabteilung den Parkplatz auf der Festwiese am Eichbaumsee besser ausschildern ließ. Dieser wurde nun intensiv genutzt und hat sogar noch mehr Potenzial: Sonntagmittag war etwa ein Drittel des 750 Autos fassenden Platzes belegt. Mit einer noch weiter ausgefeilten Ausschilderung sollte sich das Verkehrsproblem lösen lassen, ist Karsten Schütt, FDP-Vorsitzender im Bezirksverband Bergedorf, überzeugt.

Obwohl die Gewässer im Landgebiet am Wochenende stark besucht waren, wurden keine Verstöße gegen die Corona-Auflagen notiert, berichtet die Polizeipressestelle.

Zweimal musste am Sonnabend der Rettungshubschrauber den Notarzt am Hohendeicher See absetzen. In beiden Fällen wurden Badegäste aufgrund eines Tierstiches behandelt.