Autohaus Timmann

Familiäres Flair als Grundlage des Erfolgs

| Lesedauer: 4 Minuten
Lena Diekmann
Geschäftsführer Thomas Timmann (rechts ) mit seinem Sohn Marco Timmann (Mitte) und MartinBauer, beide Verkaufsberater, vor seinem Autohaus am Süderquerweg.

Geschäftsführer Thomas Timmann (rechts ) mit seinem Sohn Marco Timmann (Mitte) und MartinBauer, beide Verkaufsberater, vor seinem Autohaus am Süderquerweg.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Autohaus Timmann fährt ein neues Konzept und manövriert sich mit Zusammenhalt durch die Corona-Krise. Ein Ortstermin in Fünfhausen.

Fünfhausen.  Ob auf dem Ölmarkt oder in der Weltwirtschaft: Schon so manche Krise hat Karl-Heinz Timmann (77) in den vergangenen 46 Jahren miterlebt. So lange werden in seinem Betrieb am Süderquerweg 651 bereits Fahrzeuge verkauft und repariert. Auch die schwierigen Zeiten hat der Familienbetrieb, in dem mit Thomas Timmann (55) und Marco Timmann (32) bereits drei Generationen beteiligt sind, überstanden – so auch die vergangenen Wochen. „Eine Delle ist zu spüren. Aber wenn das Geschäft nun so weitergeht wie jetzt, wird es zwar ein ruhigeres Jahr, aber wir kommen mit einem blauen Auge davon“, sagt Juniorchef Marco Timmann.

Nun gibt es auch Transporter und Pkw verschiedener Hersteller

Das familiäre Flair lege den Grundstein für den Erfolg: „Wir sind groß genug, um die Kunden vernünftig zu bedienen und klein genug, um persönlich zu bleiben“, sagt Verkaufsberater Martin Bauer.

Eigentlich wollte der Betrieb in diesem Jahr mit seinem neuen Konzept so richtig durchstarten: Während die Werkstatt vollwertiger Service-Vertragspartner von Volkswagen (VW) für Pkw und Nutzfahrzeuge bleibt, endete 2020 für das Autohaus der Händlervertrag mit VW. Trotzdem sind bei den Timmanns weiterhin Neuwagen von VW zu haben, aber eben auch Pkw und Transporter verschiedener Marken, wie beispielsweise Skoda und Seat, als Re-Importe, die nach Wunsch bestellbar sind. Ebenso werden Gebrauchtwagen angekauft. Das bedeute aber nicht, dass Kunden dann zwangsläufig auch wieder einen neuen Wagen bei den Timmanns kaufen müssten, betont Mitarbeiter Martin Bauer.

Gesundheitlich ist der Betrieb gut durch die Zeit des Corona-Lockdowns gekommen. Grund dafür sei auch das eingeführte Schichtsystem gewesen, berichtet Martin Bauer. So hätte man vermeiden können, im Fall einer Corona-Erkrankung unter den Mitarbeitern die gesamte Belegschaft in Quarantäne schicken zu müssen. „Den Betrieb voll schließen zu müssen wäre eine Katastrophe gewesen“, sagt Bauer.

Kunden schieben Werkstattbesuche auf

Alle Mitarbeiter, an die 40 sind im Verkauf und in der Werkstatt tätig, hätten „super mitgezogen“, so Bauer. Dennoch habe der Betrieb an den Zahlen gemerkt, dass etwas anders war: „Wir sind unter unseren Möglichkeiten geblieben“, sagt Marco Timmann, Juniorchef des Betriebs, der zu VW-Vertragshändlerzeiten um die 200 Neuwagen pro Jahr verkaufte.

Noch seien die Kunden verhalten, selbst der Routine-Werkstattbesuch zum Wechsel von Winter- auf Sommerreifen wurde von vielen aufgeschoben. „Wir haben noch mehr als 130 Satz eingelagert“, berichtet Karl-Heinz Timmann. Um das Geschäft der Automobilbranche anzukurbeln, hätte man im Autohaus Timmann eine erneute Abwrackprämie nicht befürwortet. Denn im Vergleich zu 2009, wo auf diesem Wege viele alte Autos zum Verschrotten aus dem Verkehr gezogen wurden, hätte es jetzt gar nicht so viel Potenzial an alten Autos auf den deutschen Straßen gegeben.

Viele Kunden kommen aus der Nachbarschaft

Die Mehrwertsteuer-Senkung sei eine gute Sache. Um den Kunden der Automobil-Branche einen richtigen Anreiz zu geben, hätte es allerdings mehr gebraucht, beispielsweise hätte man bei einem neuangeschafften Auto zwei bis drei Jahre die Steuern erlassen können, meint Martin Bauer.

Aber auch ohne solche Anreize können sich die Timmanns auf ihre Kunden verlassen – und danken ihnen von Herzen. Viele kommen aus der Nachbarschaft, aber einige würden auch weite Anfahrtswege auf sich nehmen, weil sie das familiäre Flair schätzen. „Wir sind eben der Familienbetrieb vom Land geblieben, in dem auch noch Platt gesprochen wird“, sagt Martin Bauer.