Fahrradwerkstatt

Corona bremst ehrenamtliche Arbeit in Kirchwerder nicht aus

| Lesedauer: 2 Minuten
Glenn Loschwitz (rechts) unterstützt Reinhard Marquardt in der Radwerkstatt der Flüchtlingsunterkunft auf dem Sülzbrack.

Glenn Loschwitz (rechts) unterstützt Reinhard Marquardt in der Radwerkstatt der Flüchtlingsunterkunft auf dem Sülzbrack.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Freiwillige und Spenden sind bei der Flüchtlingshilfe Kirchwerder willkommen. Viele haben während des Corona-Lockdowns ausgemistet.

Kirchwerder. Flicken eines kleinen Lochs im Fahrradschlauch bis hin zum kompletten Neuaufbau eines alten Drahtesels mit Ersatzteilen: Für Reinhard Marquardt ist das alles längst kein Problem mehr. Seit 2018 leitet der 78-Jährige ehrenamtlich die Fahrradwerkstatt in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Sülzbrack und hat seitdem schon so manchen Bewohner auf zwei Räder gebracht.

Seit einigen Wochen bekommt Marquardt nun auch tatkräftige Unterstützung. Glenn Loschwitz aus Neuengamme schloss sich dem Werkstatt-Team an, nachdem seine Frau einen entsprechenden Aufruf in unserer Zeitung gelesen hatte.

Corona erschwert Arbeit der Ehrenamtlichen

Allerdings macht Corona die Arbeit der Ehrenamtlichen nicht einfacher. Denn natürlich heißt es auch hier: Abstand wahren. Und da die Werkstatt im Obergeschoss eines Wohnblocks liegt, kann sie seit dem Lockdown nur mit Ausnahme und Genehmigung der Unterkunftsleitung betreten werden, beispielsweise wenn ein Werkzeug oder Material fehlt. Aber so ganz ausbremsen lässt sich das Werkstatt-Team nicht: In den vergangenen Wochen hat Reinhard Marquardt einige Fahrräder in den Vier- und Marschlanden eingesammelt. Denn die Zeit, als noch intensive Corona-Beschränkungen galten, haben viele Menschen zum Entrümpeln von Garage, Keller oder Dachboden genutzt. Und so wurden auch einige Räder an die Wohnunterkunft gespendet.

Reinhard Marquardt und Glenn Loschwitz machen sie wieder fahrtüchtig und geben sie dann an die Bewohner weiter. Wer als nächstes eine Rad bekommt, ist auf einer ausgehängten Liste notiert. Diese ist bereits auf eine beachtliche Länge angewachsen. „Besonders gefragt sind Kinderräder, aber auch Kindersitze und Spielgeräte“ weiß Reinhard Marquardt. Wer etwas spenden möchte, erreicht ihn per E-Mail: r.marquardt@onlinehome.de.

Und auch Ehrenamtliche sind immer willkommen: Insgesamt engagieren sich mehr als 20 Menschen ehrenamtlich in der Unterkunft, viele schon seit Eröffnung der Wohnunterkunft im Sommer 2016. Wer mitmachen möchte, kann sich per E-Mail an die Flüchtlingshilfe Kirchwerder wenden: fluechtlinge. suelzbrack@gmx.de.

( ld )