Naturschutzgebiet

Unbekannte laden Müllberge in den Kirchwerder Wiesen ab

| Lesedauer: 3 Minuten
Lena Diekmann
Storchenvater Jürgen Pelch hat als ehrenamtlicher Gebietsbetreuer auch ein wachsames Auge auf die Kirchwerder Wiesen. Dort entdeckte er am Dienstagvormittag den illegalen Müllberg. „Eine riesige Sauerei“, schimpft Jürgen Pelch.

Storchenvater Jürgen Pelch hat als ehrenamtlicher Gebietsbetreuer auch ein wachsames Auge auf die Kirchwerder Wiesen. Dort entdeckte er am Dienstagvormittag den illegalen Müllberg. „Eine riesige Sauerei“, schimpft Jürgen Pelch.

Foto: Privat

Illegale Ablagerung im Naturschutzgebiet entdeckt. Polizei nimmt Hinweise entgegen.

Kirchwerder.  Klappkisten, Spanngurte, Plastikverkleidungen aus dem Innenraum eines Pkw, diverse Farbeimer und Radkappen – all dies türmt sich in Sichtweite der Pferdekopfpumpe in den Kirchwerder Wiesen zu einem Müllberg auf. Ein paar Meter weiter wurde eine ganze Sofagarnitur in das Naturschutzgebiet geschmissen. „Eine riesige Sauerei“, schimpft Jürgen Pelch.

Der Gärtner aus Kirchwerder, der sich seit weit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich für den Storchenschutz einsetzt, hat auch ehrenamtlich das Naturschutzgebiet Kirchwerder Wiesen als Gebietsbetreuer im Blick. Und so ließ er gestern Vormittag bei der Fahrt über den Kirchwerder Landweg einen wachsamen Blick über die Wiesen schweifen: Der illegale Müllberg war nicht zu übersehen.

Müll könnte aus einer Kfz-Werkstatt stammen

Jürgen Pelch stoppte direkt mit seinem Wagen, um sich den Haufen aus der Nähe anzusehen. Der Weg, der in Richtung Ölpumpe führt, sei zwar mit einem Gatter abgesperrt. „Das kann leider leicht umfahren werden“, stellt Pelch fest, der auch die Polizei informierte.

Auf etwa zwei Kubikmeter schätzt die Polizei die Müllmenge, die dort illegal entsorgt wurde. Der Haufen liegt etwa 50 Meter entfernt vom Kirchwerder Landweg, auf dem Abschnitt zwischen den Hausnummern 108 und 172. Es wird angenommen, dass es sich um Gewerbemüll handelt, der eventuell aus einer Autowerkstatt stammen könnte. Als Verstoß gegen die Naturschutzverordnung werde das Vergehen verfolgt und versucht, einen Rückschluss zum Verursacher herzustellen. Je nach Schwere des Vergehens könne ein Bußgeld von 100 bis 50.000 Euro fällig werden.

Umweltferkel drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld

Kay Goetze, Sprecher der Hamburger Stadtreinigung, bestätigt: „Das gehört komplett auf den Recyclinghof“. Die Stadtreinigung hat alle zwölf Recyclinghöfe während der vergangenen Wochen offen gehalten. Sie sind weiterhin nutzbar, unter Wahrung der Corona- Hygiene- und Abstandsregelungen. Bei etwa gleichbleibender Zahl der Kunden habe sich die Menge des Mülles leicht erhöht. „Das könnte dafür sprechen, dass die Menschen nun wirklich mehr ausmisten und entrümpeln“, sagt Kay Goetze.

Müll per App an die Stadtreinigung melden

Um die Wartezeiten nicht zu strapazieren, werden Kunden weiterhin gebeten, nur bei nicht aufschiebbaren Fällen den Recyclinghof zu besuchen – und nicht, um nur einen Müllsack abzugeben. Auch ein Vorsortieren der Abfälle könne hilfreich sein, um den Prozess zu beschleunigen. In den Tagen seit der Einführung der Maskenpflicht habe die Stadtreinigung bereits gemerkt, dass ausgediente Masken einfach auf die Straßen oder in Grünanlagen geschmissen werden. „Wir haben 18.000 Papierkörbe in der Stadt. Das muss doch nicht sein“, sagt Kay Goetze. Müll im öffentlichen Raum kann seit 2018 auch via App der Stadtreinigung gemeldet werden. Im vergangenen Jahr gingen 43.000 Meldungen ein.

Polizei sucht Zeugen

Sollte jemand in den Kirchwerder Wiesen etwas beobachtet haben, nimmt die Bergedorfer Polizei oder ein Polizeiposten der Vier- und Marschlande Hinweise entgegen.