Brauchtum

Osterfeuer sind nur im engsten Familienkreis erlaubt

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Lena Diekmann
Am Feuer dürfen in diesem Jahr nur Personen gemeinsam stehen, die auch zusammen unter einem Dach wohnen.

Am Feuer dürfen in diesem Jahr nur Personen gemeinsam stehen, die auch zusammen unter einem Dach wohnen.

Foto: dpa

Kleine private Osterfeuer dürfen abgebrannt werden. Allerdings nur, wenn die geltende Corona-Verordnung eingehalten wird.

Bergedorf. Auf ein kühles Bier und eine heiße Bratwurst im Feuerschein müssen die Hamburger in diesem Jahr verzichten. Denn alle öffentlichen und nichtöffentlichen Osterfeuer am Sonnabend sind aufgrund der Coronalage abgesagt – unabhängig von der Teilnehmerzahl. So auch das vom Junggesellenclub Gam­brinus im Deichvorland an der Elbe, bekanntermaßen eines der größten in ganz Hamburg.

Stattdessen häufen sich nun in den Vier- und Marschlanden in diversen Gärten Stapel aus Zweigen und Baumschnitt, wie diverse unserer Leser berichten. Viele fragen sich daher: Ist das Abbrennen derzeit überhaupt erlaubt?

Private Osterfeuer dürfen nur im Familienkreis abgebrannt werden

Das Anzünden von privaten Osterfeuern im Kreise der in dem Haushalt lebenden Personen ist laut Hamburger Behörde für Umwelt und Energie (BUE) erlaubt. Allerdings verweist auch Dr. Sebastian Kloth, Sprecher des Bergedorfer Bezirksamtes, auf die seit dem 2. April geltende Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus und die damit einhergehende Kontaktbeschränkung, was bedeutet: „Keine Party, keine Nachbarn, Freunde, Bekannte oder Anverwandte einladen“, so Kloth.

Auch für Karsten Dabelstein, Bereichsführer Vierlande der Freiwilligen Feuerwehren, war es zur beliebten Tradition geworden, am Abend vor Ostersonntag ein kleines privates Feuer zu entzünden. Darauf wird er in diesem Jahr verzichten – auch im engsten Familienkreis. „Das Feuer bleibt aus“, sagt er. Insgesamt setze er auf die Disziplin der Menschen, dass in diesem Jahr nun mal vieles nicht so machbar ist, wie man es sonst gewohnt sei.

Sicherheitsregeln müssen eingehalten werden

Sollten aber doch Feuer abgebrannt werden, gilt es laut BUE gewisse Regeln einzuhalten: Kurz vor dem Abbrennen sollte der Stapel umgeschichtet werden, weil Tiere dort gern Unterschlupf suchen und der Haufen sonst für sie zur tödlichen Falle wird. Es ist verboten, das Osterfeuer als Müllverbrennung zu missbrauchen. Es darf nur unbehandeltes Holz verbrannt werden. Aus dem Abbrennen des Feuers darf sich keine Gefahr für die Nachbarschaft ergeben: 100 Meter Abstand zu Häusern, bei Reetdachhäusern sogar 200 Meter sind Pflicht, ebenso zu verkehrsreichen Straßen und Bahn­linien, da eine Rauchentwicklung nicht vermeidbar ist. Nachbarn sollten dadurch nicht belästigt werden.

Bereichsführer rechnet mit „mildem Einsatzaufkommen“

Sollten diese Sicherheitsregeln nicht eingehalten werden, kann es dazu kommen, dass die Feuerwehr gerufen wird und die Flammen löschen muss. Bereichsführer Dabelstein glaubt, dass die Feuerwehren in diesem Jahr nicht all zu viel löschen müssen: „Ich rechne mit einem milden Einsatzaufkommen.“