Plattdeutsch

Ingrid sagt Tschüß - Wir sagen Danke!

Unsere Plattdeutsch-Kolumnistin Ingrid Straumer verabschiedet sich.

Unsere Plattdeutsch-Kolumnistin Ingrid Straumer verabschiedet sich.

Foto: Privat

Üm un bi 1200 lütte Geschichten hat Ingrid Straumer für unsere Zeitung geschrieben. Nun zieht sich die Plattdeutsch-Autorin zurück.

Bergedorf/Berlin.  Von Frühjahr bis Winter, Feiertag oder nicht: In der Sonnabend-Ausgabe unserer Zeitung darf eines nicht fehlen – die Plattkolumne von Ingrid Straumer. 23 Jahre lang hat die gebürtige Allermöherin unsere Leser mit ihren Geschichten unterhalten. Doch nun soll Schluss sein. „Ich bin nun alt genug, nun können mal andere ran“, meint die 67-Jährige.

Den Zugang zur plattdeutschen Sprache bekam sie in ihrer Kindheit. Denn ihre Verwandtschaft in Vierlanden hat stets Platt gesprochen – wenn auch nicht mit den Kindern. „Trotzdem hatte ich es im Ohr“, erzählt Ingrid Straumer, die in Boberg aufgewachsen ist.

Ihr späterer Schulleiter am Richard-Linde-Weg, Günter Harte, entdeckte schnell ihr Sprachtalent, ermutigte die damals 14-Jährige zur Teilnahme an einem Volkshochschulkursus – dabei war das zu der Zeit eigentlich erst ab 16 Jahren erlaubt.

Volontariat bei der Bergedorfer Zeitung

Ob während des Germanistikstudiums oder Volontariats bei unserer Zeitung: Ingrid blieb der niederdeutschen Sprache treu. „Bald habe ich mehr Geschichten auf Platt- als auf Hochdeutsch geschrieben“, erinnert sie sich.

Selbst der Umzug nach Berlin im Jahr 1980 und schließlich der berufliche Wechsel vom Journalismus in den Schuldienst tat der Liebe zum Plattdeutschen keinen Abbruch. Als 1997 eine Nachfolge für die Plattkolumne unserer Zeitung gesucht wurde, versuchte sie ihr Glück – und es klappte: „Ich hatte wohl den Heimvorteil.“

Haus mit Garten am Berliner Stadtrand

Denn zu ihrer Heimat hielt sie stets Kontakt. Auch durch unsere Zeitung, deren Ausgaben sie stets in gedruckter Form selbst in Berlin las. Auch wenn sie am Anfang das Heimweh plagte, mittlerweile lebt sie gern dort, in einem Haus mit Garten am Rande der Stadt. In der Nähe sind auch ihre zwei Töchter mit ihren Familien zu Hause, zu denen zwei Enkelinnen gehören.

Ihr Berliner Wohnort verblüffte einmal ein Ehepaar, das jede Woche ihre Kolumne verfolgte. „Sie hatten sich immer vorgestellt, ich würde mitten in Vierlanden sitzen und die Geschichten schreiben“, erinnert sie sich.

Mit der Liebe zur Heimat und der plattdeutschen Sprache im Herzen ging das aber auch bestens am Schreibtisch oder auf dem Sofa in Berlin.

Danke Ingrid!