Familie Meyer

Flüge wegen Corona gestrichen: Gestrandet an der US-Ostküste

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Lena Diekmann
Familie Meyer am Strand von Florida: Nick (von links), Molly, Arne, Katja und Anna sind alle wohlauf, wollen nun aber auch gern wieder zurück nach Ochsenwerder.

Familie Meyer am Strand von Florida: Nick (von links), Molly, Arne, Katja und Anna sind alle wohlauf, wollen nun aber auch gern wieder zurück nach Ochsenwerder.

Foto: Privat / BGZ/Privat

Weder Lufthansa noch Auswärtiges Amt konnten Familie Meyer helfen, um nach Hause zu kommen. Post auf Facebook brachte Welle der Hilfsbereitschaft

Ochsenwerder/Naples.  Es war ein wahrer Traumurlaub: Die Hamburger Frühjahrsferien verbrachten Katja und Arne Meyer mit ihren Kindern Molly (14), Nick (11) und Anna (7) an der Ostküste der USA. Während der Rundreise mit einem Mietwagen sei lange Zeit nichts von der drohenden Corona-Krise zu spüren gewesen, berichtet Arne Meyer, Chef der Wein- und Friesenstube sowie Marschländer Elb­­lounge.

Doch dann schlossen erste Geschäfte, Freizeitparks und Schulen folgten. „Dann ging alles Schlag auf Schlag“, berichtet der Gastronom aus Ochsenwerder. Vergangenen Donnerstag verhängte US-Präsident Trump einen Einreisestopp für Reisende aus Europa – und der Rückflug der fünfköpfigen Familie am Sonnabend wurde gestrichen.

Tagelang herrschte Ungewissheit, wie fünfköpfige Familie nach Hause kommt

Was dann folgte war eine tagelange Tortur und stundenlanges Ausharren in Telefon-Warteschlangen: Die Lufthansa war trotzdem nicht zu erreichen, auch das Auswärtige Amt hatte keine Lösung. „Das macht einen schon nervös“, berichtet der 48 Jahre alte Familienvater.

Auf Facebook-Post folgt Welle der Hilfsbereitschaft

Also wandte sich der Gastronom an seine Facebook-Community. Und was er dort erlebte, war eine Flut an Hilfsbereitschaft: Ob Übernachtungsangebote aus New York oder vom heimischen Nachbar, der anbot, schon mal den Kühlschrank der Familie zu füllen. „Alle wollen helfen, das ist echt der Wahnsinn“, sagt Arne Meyer. Letztlich bekam er auch auf diesem Wege einen erfolgreichen Tipp, um neue Flüge für seine Familie in die Heimat zu buchen. „Wir sind echt dankbar“, betont Meyer. Vor allem auch seinem Team, das während ihrer Abwesenheit den Betrieb in den beiden Restaurants – derzeit ist noch die Marschländer Elblunge geöffnet – aufrecht erhalten hat. „Das Ganze rüttelt uns wach. Wir überdenken jetzt alles und werden versuchen, bewusster zu leben, die Werte der Familie und Menschen zu schätzen“, sagt er.

Gut 100.000 Deutsche hängen im Ausland fest

Das Schicksal der Meyers teilen wohl mehr als 100.000 Deutsche: Die Bundesregierung will Tausende wegen der Coronapandemie gestrandete deutsche Touristen mit einer „Luftbrücke“ zurückholen. Laut Außenminister Heiko Maas werden 50 Millionen Euro für ein Rückholprogramm zur Verfügung gestellt. Vor allem aus besonders betroffenen Gebieten sollen die Urlauber als erstes zurückgeholt werden, dazu zählen Marokko, die Dominikanische Republik, die Philippinen, Ägypten und die Malediven.

Meyers sollen Freitag nach Hause fliegen

Familie Meyer konnte nun für Freitag einen Rückflug buchen. Von Tampa in Florida soll es über New York und München zurück nach Hamburg gehen. Sie hoffen, dass das nun klappt: „Es geht uns gut, aber nun möchten wir auch gern nach Hause“, sagt Arne Meyer.