Sicherheitsvorkehrungen

Apotheker lernen aus Erfahrungen in Südtirol

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Lena Diekmann
Meike Petersen, Filialleiterin am Spieker Markt, trennt nun eine Plexiglas-Scheibe von ihren Kunden.

Meike Petersen, Filialleiterin am Spieker Markt, trennt nun eine Plexiglas-Scheibe von ihren Kunden.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Zum Schutz der Patienten und des Personals wurden in den Elbdeich Apotheken einige Sicherheitsvorkehrungen installiert.

Kirchwerder/Curslack.  Ein Kunde betritt die Apotheke und wird mit Hinweisschildern dazu aufgefordert, sich mit dem Mittel aus dem bereitstehenden Spender die Hände vorsorglich zu desinfizieren. Doch wohin mit dem Rezept, das er in Händen hält? Kurzerhand wird es zwischen die Lippen geklemmt, damit die Hände zum Desinfizieren frei sind. Danach wird es wieder in die Hände genommen und den Mitarbeitern der Apotheke überreicht... Insbesondere in Zeiten von Corona ist das genau der falsche Weg, scheint der Hauptübertragungsweg des Virus doch eine Tröpfcheninfektion zu sein.

Desinfektionsmittel bis hin zu Plexiglasscheiben

Dennoch hat Thorsten Döcke, der gemeinsam mit Ehefrau und Apothekerin Anke Döcke die drei Filialen am Süderquerweg in Fünfhausen, am Heinrich-Stubbe-Weg sowie am Spieker Markt betreibt, diese Szene mehrfach beobachtet. Zum Schutz der Patienten und des Personals wurden daher am Wochenende in den Elbdeich Apotheken einige Sicherheitsvorkehrungen installiert.

Das solle keinesfalls Panik verbreiten, sondern einfach mehr Achtsamkeit bewirken, betont Thorsten Döcke. Dabei habe er von den Erfahrungen von Berufskollegen aus Südtirol profitiert, die in den vergangenen Wochen die extremen Auswirkungen des Coronavirus erfahren haben.

So steht neben dem Desinfektionsmittel am Eingang nun ein Hocker bereit, auf dem die Kunden ihr Rezept ablegen können. Rote Kreuze auf dem Boden im Verkaufsraum markieren die Positionen, an denen Kunden in genügend Abstand zueinander warten können, bis ein Kassenplatz für sie frei wird. Dort trennen nun Plexiglasscheiben den Verkaufsplatz vom Patienten. „Würden wir nur durch das Notdienstfenster versorgen, könnten wir die Patientenzahl nicht bewältigen“, sagt Thorsten Döcke.

Auch Fieberthermometer werden knapp

Sollte ein Patient tatsächlich Symptome und den Verdacht haben, mit Corona infiziert zu sein, soll er außerhalb der Apotheke warten. Ein Mitarbeiter würde dann Schutzkleidung anziehen und den Patienten an einer Nebentür empfangen. Bislang ist das aber noch nicht vorgekommen, berichtet Thorsten Döcke.

Bei Sybille Dilling in der Landhaus Apotheke am Curslacker Deich ist es noch verhältnismäßig ruhig. Wobei nach dem längst ausverkauften Desinfektionsmittel allmählich auch die Fieberthermometer zur Neige gehen. Zudem sei auffällig, dass die Kunden nun vorsorglich deutlich mehr Erkältungsmittel kaufen. Die Apothekerin und ihre zehn Mitarbeiter arbeiten mittlerweile aber auch mit Mundschutz und Handschuhen, um sich und ihre Patienten zu schützen. Sie lege aber noch keinen Zollstock zwischen sich und ihre Patienten, um genügend Abstand zu messen, so Dilling.

Der richtige Umgang mit Rezepten

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein und der Apothekerverband Schleswig-Holstein haben sich derweil auf ein Notfallverfahren im Umgang mit Rezepten geeinigt. Wer verschreibungspflichtige Arzneimittel benötigt, wird gebeten, wenn möglich die Rezepte telefonisch bei der Arztpraxis zu bestellen und nicht in die Praxis zu kommen. Die Arztpraxen faxen die Rezepte dann an die vom Patienten benannte Apotheke. Diese prüft die Echtheit der Verschreibung und gibt die Medikamente aus.

Bietet eine Apotheke – wie auch die Elbdeich Apotheken – einen Botendienst an, sollte dieser genutzt werden, um Patientenkontakte in der Apotheke zu reduzieren.