Was macht  . . . ?

Fasziniert von großen Pötten und filigranen Ruderbooten

Bilder, Modelle und zahlreiche Bücher in seinem „Kapitänszimmer“: Dirk Brahm, ehemaliger Leiter des Ortsamtes Vier- und Marschlande, hat ein Faible für die Schifffahrt.

Bilder, Modelle und zahlreiche Bücher in seinem „Kapitänszimmer“: Dirk Brahm, ehemaliger Leiter des Ortsamtes Vier- und Marschlande, hat ein Faible für die Schifffahrt.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Wentorf. Der ehemalige Ortsamtsleiter Dirk Brahm liebt die Schifffahrt, die Natur und seine Familie.

Sie waren bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. Und was machen sie heute? In unserer Serie berichten wir über bekannte Menschen aus den Vier- und Marschlanden und ihr heutiges Leben.
Den Reisepass verlängern, einen Bauantrag stellen oder Sozialhilfe beantragen: Wer in den Vier- und Marschlanden eines dieser Anliegen hatte, der war einst bei Dirk Brahm und seinen Mitarbeitern an der richtigen Adresse. Der heute 76-Jährige leitete bis zur Pensionierung im Jahr 2007 das ehemalige Ortsamt am Kurfürstendeich, in dem heute in direkter Wasserlage Gästezimmer vermietet werden. „Einen schöneren Arbeitsplatz konnte ich mir nicht vorstellen“, schwärmt Dirk Brahm noch heute.

Höhle aus Sitzkissen

Doch ebenso gern blickt er durch die großen Fenster des heimischen Wohnzimmers in die Natur und vor allem auf die Vogelwelt. Dort, am Rande des Bergedorfer Friedhofes auf Wentorfer Gebiet, ist der 76-Jährige seit den 1970er-Jahren mit seiner Frau Helena Zuhause, die er liebevoll „Luscha“ ruft.

Hier empfängt das Paar auch gern seinen dreijährigen Enkel Hugo, der mit Sohn Stefan und dessen Partnerin in der Innenstadt lebt. Wesentlich weiter muss Enkelin Nele (6) anreisen, um auf dem Dachboden der Großeltern aus Sitzkissen der Sommermöbel eine Höhle zu bauen: Tochter Sandra lebt seit einigen Jahren in der Schweiz.

Das Landgebiet im Herzen

Das Landgebiet hat bei Dirk Brahm auch mehr als zehn Jahre nach seiner Pensionierung nicht nur in seinem Herzen, sondern auch in seinen vier Wänden noch immer einen großen Platz: Das Esszimmer besteht komplett aus Vierländer Intarsien-Möbeln.

Zudem erinnert vieles an seinen Freund Werner Schröder († 2010), Intarsien-Künstler, Maler und Fotograf. Durch ihn lernte Dirk Brahm nicht nur Platt („Meine Ansprachen haben häufig für Gelächter und Frohsinn gesorgt“), sondern auch gute Freunde kennen: Die traditionelle Reise im Mai nach Hallig Hooge hat die Gruppe auch nach Schröders Tod beibehalten. „Dort genieße ich die Lichtverhältnisse, die Luft, den Wind, das Wasser“, sagt Dirk Brahm.

Sowieso liegt alles, was mit Schifffahrt zu tun hat, bei dem 76-Jährigen hoch im Kurs: Irgendwie nahm diese Leidenschaft mit dem Partykeller im früheren Reihenhaus in Lohbrügge ihren Anfang. Auf der Suche nach Dekoration fiel ihm im Urlaub in Nordstrand ein Haufen „oller Klamotten“, etwa eine Schiffsglocke und Tau, in die Hände. Und seitdem sind zahlreiche Modelle, Bücher und Bilder zur Schifffahrt hinzugekommen.

Mit dem Schiff unterwegs

Auch in seiner Freizeit spielt das Wasser eine große Rolle: Beim Rudern im Ruderclub Bergedorf oder mit dem Ergometer auf dem heimischen Dachboden hält er sich fit. Und auch bei Urlaubsreisen ist das Schiff für das Ehepaar Brahm ein beliebtes Fortbewegungsmittel: Häfen von Honolulu, Neuseeland und Australien wurden bereits angelaufen. Und mit einer Route liebäugelt Brahm noch immer: „Mit dem Schiff rund um Südamerika, das wäre toll.“