Kirchwerder Landweg

Runter vom Gas! Blitzer-Offensive der Polizei

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Lena Diekmann

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Neuengamme. Vor dem Waldorfkindergarten gilt Tempo 30. Doch es wird viel zu schnell gefahren. Deswegen wird verstärkt geblitzt.

Der Kirchwerder Landweg verleitet offenbar zum Schnellfahren: Immer wieder gibt es Beschwerden von Anwohnern oder anderen Verkehrsteilnehmern, dass Fahrer von zwei- und vierrädrigen Fahrzeugen vor allem auf schnurgerader Strecke Gas geben. Dabei gilt seit Mitte 2017 hamburgweit eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, streckenweise ist nur Tempo 30 erlaubt. Auch dort wird deutlich zu schnell gefahren, bestätigt Axel Kleeberg, Chef der Bergedorfer Verkehrspolizei auf Nachfrage.

Bereits an drei Tagen in 2019 geblitzt

So gilt auch auf Höhe des Waldorfkindergartens – etwa zwischen den Hausnummern 2 und 19 – seit zwei Monaten Tempo 30. „Anfang Dezember wurden die Schilder aufgestellt“, sagt Axel Kleeberg. Damit wurde eine Änderung der Straßenverkehrsordnung umgesetzt, die Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen wie Schulen, Altersheimen oder eben Kindergärten vorsieht.

Stichproben hätten seitdem gezeigt, dass in dem Bereich erheblich zu schnell gefahren wird, so Kleeberg. Deshalb habe man die Verkehrsstaffel damit beauftragt, in dem Bereich zu blitzen. Bereits an drei Tagen wurde seit Mitte Januar die Geschwindigkeit von Autos und Lastwagen gemessen: „Teils mit ziemlich heftigen Ergebnissen“, sagt Bergedorfs Verkehrspolizei-Chef.

72 Stundenkilometer bei erlaubtem Tempo 30

So rauschte ein Auto bei der ersten Messung am 18. Januar mit 72 Stundenkilometern in die Radarkontrolle. Ebenso müssen zwei weitere Fahrer erstmal aufs Auto verzichten, bekamen ein Fahrverbot. Das droht ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften. Von insgesamt 928 gemessenen Fahrzeugen waren in fünf Stunden 200 zu schnell.

Blitzen oder lasern, bis das Tempo runter geht

Ebenso lösten am 21. Januar (1241 Fahrzeuge gemessen, 129 zu schnell) sowie am 7. Februar (307 gemessen, 71 zu schnell) zahlreiche Fahrzeuge den Blitzer aus. Axel Kleeberg sieht Handlungsbedarf: „Es ist wichtig, dass wird die Geschwindigkeit tatsächlich runter bekommen.“ Und bleibt ausdauernd: „Wir werden weiter messen, bis wir zufriedenstellende Ergebnisse haben“, betont Kleeberg.

Andere Möglichkeiten als Blitzer oder Laser einzusetzen, sieht er hingegen nicht: „Da es sich nicht um einen verkehrsberuhigten Bereich handelt, wird baulich nichts geändert“, erklärt Kleeberg.