Billwerder.

Neue Muster in alten Räumen

Maler- und Lackierer-Museum hat wieder geöffnet

Billwerder.  Im Deutschen Maler- und Lackierer-Museum ist die Winterpause kreativ genutzt worden. Sechs Auszubildende im dritten Lehrjahr, drei Dekorateurinnen und drei Maler, haben einen Bereich im ersten Stockwerk des gut 400 Jahre alten denkmalgeschützten Glockenhauses am Billwerder Billdeich 72 neu hergerichtet.

Die Dekorateurinnen installierten ein System mit drei Schienen und sechs Musterbahnen. Die Maler brachten mit alten Musterrollen in mehreren Arbeitsgängen und verschiedenen Farben dekorative Rollmuster auf die Bahnen auf, so dass der Eindruck von Tapeten entsteht. „Ausführliche Details dazu erfahren die Besucher unseres Museums bei den Führungen“, sagt Rudolf Gregersen (82), Leiter des Malermuseums. „Diese Rollmustertechnik wurde hauptsächlich in der schlechten Zeit, als sich die Menschen keine Tapeten leisten konnten, verwendet – insbesondere zwischen den beiden Weltkriegen und nach 1945.“

Die Rolle mit dem aufgebrachten Muster wird dabei in ein Gerät gehängt, das einen Farbtank hat und mit einem Griff geführt wird. „Im Süden Deutschland gibt es auch Rollen mit zwei Farbtanks, die sind getrennt zu befüllen. So entsteht in einem Arbeitsgang bereits ein zweifarbiges Rollmuster“, erläutert Gregersen: „In alten Landgasthöfen wird diese Technik auch heute noch verwendet. Hier ist es allerdings besonders erforderlich, das akkurat gearbeitet wird. Sonst gibt es entweder eine Überlappungen des Musters oder leere Zwischenräume.“

Die Lukasdiele im Erdgeschoss wurde in der Winterpause ebenfalls neu gestaltet. Seit 800 Jahren gilt der Evangelist Lukas als der Schutzpa-tron der Maler. Außerdem gibt es in den vielen kleinen Räumen des Museums auf zwei Stockwerken silberne Pokale, Muster und Farben, verschiedenes Handwerksgerät, Bauernmalerei sowie kunstvoll bemalte Schilder und bestickte Fahnen zu bewundern.

Großes Archiv mit Urkunden, Büchern und Fachzeitschriften

„Besonders geschätzt wird unser Museum auch wegen unseres umfangreichen Archivs mit Fachzeitschriften, Büchern und Urkunden. Hier lässt sich beispielsweise erforschen, seit wann es welche Materialien gibt und wie sich die Arbeitskleidung entwickelte. Wir werden oft im Rahmen von Dissertationen um Mithilfe gebeten und machen das natürlich gern“, erläutert der Museumsleiter stolz.

Das Museum hat nach der Winterpause wieder sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro, für Schüler 4 Euro. Gruppen sollten sich für eine Führung anmelden. Malermeister Ewald Hamburg aus Altengamme führt Interessierte am 9. und 10. Februar sowie am Osterwochenende – Sonnabend, 20. April, und Sonntag, 21. April – jeweils in der Zeit von 14 bis 17 Uhr durch die alten Räume.

Für Sonnabend, 18. Mai, ist etwas Besonderes geplant: „Dann feiern wir die Gründung des Museums vor 35 Jahren“, sagt Museumsleiter Gregersen und fügt hinzu: „Die ,Lange Nacht der Museen’ fällt mit unserem Gründungsdatum zusammen. Da werden die Landfrauen uns und unsere Gäste zusätzlich verwöhnen.“

Weitere Infos gibt’s im Internet unter der Adresse www.malermuseum.de.