Kirchwerder.

Auf dem Rosenhof herrscht Hochsaison

Wetterkapriolen Gärtnermeister Jan Janßen im Stress

Kirchwerder. Die Wärme, die im April auf das nasskalte Wetter im März folgte, beschert Jan Janßen viel Arbeit: „Auf Winter folgt Sommer, das Frühjahr fällt aus“, sagt er – und hat plötzlich alle Hände voll zu tun.

Denn die fast 600 Rosensorten des Sammlers und Züchters vom Kirchwerder Hausdeich 182 müssen ein- und umgetopft werden. Die edlen Gewächse, die den Winter in den Gewächshäusern und Folientunneln des Vierländer Rosenhofs verbracht haben, brauchen nun frische Luft und Platz. Der Regen, den uns Petrus dieser Tage beschert, tut den Rosen gut, sagt der Experte.

„Arbeit, die sich sonst über Monate zieht, muss jetzt innerhalb von Wochen erledigt werden“, sagt Janßen. Gemeinsam mit zwei Erntehelfern und unterstützt von Familienmitgliedern kümmert sich der 49-Jährige um das Wohlergehen der Rosen.

Seine jährlichen „Lenzrosentage“ fielen aufgrund des Wetters Ende März aus. „Das Wetter war zu schlecht, um die winterharten Stauden draußen zu präsentieren. Bei Regen kommen kaum Besucher.“ Dabei sei er noch gut dran, betont Janßen: „Viele Gärtnerkollegen von mir sind ihre Stiefmütterchen und Primeln nicht losgeworden, weil es ja praktisch kein Frühjahr gab.“ Er wisse von Gärtnern, die „bis zu 20 000 Primeln auf den Müll gehauen“ haben.

Neben Rosen hat der Gärtnermeister auch Schwertlilien. „Sie werden in den kommenden Wochen blühen“, sagt er. Die erste Rosensorte auf seinem Hof zeigt bereits seit knapp zwei Wochen ihre Blüten, gelbe Wildrosen mit dem Namen „Canary Bird“. Besonders stolz ist der 49-Jährige auf selbst gezüchtete Sorten wie die „Vierlanden-Perle“: Die Blumen mit großen, kräftigen rosa Blüten und einem intensiven Duft werden exklusiv nur auf dem Vierländer Rosenhof angeboten.

Janßen ist seit 1994 selbstständig. Er verkauft seine Rosen auch auf Pflanzenmärkten in botanischen Gärten oder in Schlössern in ganz Europa. gerade war er in Wien, derzeit ist er mit seinen edlen Pflanzen im Elsass (Frankreich). „Oft liegen schon viele Vorbestellungen vor, wenn ich zu diesen Märkten fahre“, sagt er. Bei rund 30 Pflanzenmärkten sei er in den Sommermonaten mit seinen Rosen präsent.

Am Sonnabend und Sonntag, 7./8. Juli, können Interessierte nach Herzenslust schauen, mit Janßen fachsimpeln und von ihm wertvolle Tipps für die Pflege der „Königin der Blumen“ erhalten. Die „Vierländer Rosentage“ öffnen jeweils zwischen 10 und 17 Uhr.

Der Rosenhof hat von Mai bis September dienstags (auch am 1. Mai) und mittwochs, 9 bis 17 Uhr, sowie sonnabends, 9 bis 16 Uhr, geöffnet – und nach telefonischer Vereinbarung: (040) 72 37 07 63. Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.vierla ender-rosenhof.de.