Hohendeichs Nachwuchsretter haben Grund zum Feiern

Foto: privat / BGZ

Ochsenwerder. Jugendgruppebesteht seit 50 Jahren, „Minis“ seit fünf Jahren. Hamburgs Feuerwehrführung tat sich sich lange schwer mit der Nachwuchsförderung.

Ochsenwerder.  Eigentlich waren sie der Zeit einen großer Schritt voraus: Bereits 1954 gründete die Freiwillige Feuerwehr (FF) Hohendeich eine Jugendgruppe, in der sich damals 24 Jugendliche engagierten. Gut zwei Jahre lang waren sie aktiv, bis die Gruppe aufgelöst wurde. Denn die damals Verantwortlichen in der Hamburger Führung der Feuerwehr konnten sich nicht dazu entscheiden, eine Jugendwehr zu genehmigen.

Zwölf Jahre gingen ins Land, bis es am 29. Februar 1968 dann doch so weit war: Die Jugendfeuerwehr (JF) Hohendeich wurde gegründet. Damals war sie die vierte Jugendwehr in ganz Hamburg. Seit dem Vorjahr hatten sich drei weitere Jugendwehren gegründet. Heute gibt es in der Stadt 60 Gruppen für jugendliche Nachwuchsretter.

Auch die „Minis“ im Mittelpunkt

Der runde Geburtstag soll gebührend gefeiert werden – Motto: „50+5“. Denn auch die Gruppe für die jüngsten Retter der Wehr soll im Mittelpunkt stehen: Die Mini-Feuerwehr, gegründet am 1. März 2013, begeht ihren fünften Geburtstag.

Gefeiert wird aber erst, wenn es wärmer ist: Am Sonnabend, 28. Juli, soll es einen Festakt mit geladenen Gästen geben. Am Sonntag, 29. Juli, lädt der Nachwuchs mit Unterstützung der Einsatzabteilung und des Fördervereins zum Tag der offenen Tür ein. Neben Kaffee und Kuchen wird es dann auch Gegrilltes und Kinderspiele geben.

Sieben Jugendwarte in all den Jahren

Hans Emmen war der erste Jugendfeuerwehrwart der FF Hohendeich, der die Jugend an Feuerwehrarbeit heranführte. Im Laufe der vergangenen 50 Jahre gaben sich sieben Jugendwarte die Klinke in die Hand, die allesamt mit ihren Gruppen zu Wettkämpfen fuhren, an Zeltlagern teilnahmen und Freundschaften zu anderen Wehren kräftigten. „Jugendfeuerwehr – das war von Anfang an nicht nur ‚Feuerwehr‘ und Vorbereitung auf den aktiven Dienst, sondern immer auch ein kameradschaftliches Miteinander mit viel Spaß und Abenteuern“, sagt Sebastian Steder, seit 2012 Jugendfeuerwehrwart.

Der 31-Jährige weiß, wovon er spricht, war er bis 2003 doch selbst Mitglied der JF Hohendeich. Heute leitet er die Gruppe, der fünf Mädchen und 13 Jungen im Alter von zehn bis 17 Jahren angehören. Alle zwei Wochen kommt die Gruppe am Ochsenwerder Elbdeich 317 zusammen. Je nachdem ob Theorie oder Praxis auf dem Plan steht, bleiben die Mädchen und Jungen in ihrem Gruppenraum, fahren an den Hohendeicher See oder zum Hafen Oortkaten. Steder: „Dort haben wir viel Platz für praktische Übungen.“

Spielerisch an die Aufgaben herangeführt

Während die Teenager also bereits eine ganze Weile in die Fußstapfen der erwachsenen Retter treten konnten, mussten die Kinder lange darauf warten: Dass auch Knirpse ab fünf Jahren eine Gelegenheit bekommen sollten, spielerisch an die Aufgaben ihrer Helden herangeführt zu werden, änderte sich 1992 in großen Teilen Deutschlands. Seitdem gibt es das Konzept der Kinderfeuerwehren.

2012 fiel auch in Hamburg der Startschuss für die ehrenamtlichen Brandschützer, in ihren Bereichen Miniwehren zu gründen und damit den Nachwuchs für die Zukunft frühzeitig zu sichern.

Üben, basteln und Ausflüge

Die Miniwehr der FF Hohendeich war vor fünf Jahren erst die zweite in ganz Hamburg. Heute gibt es sechs Kinder-Feuerwehren. Zwei Mädchen und 13 Jungen im Alter von fünf bis zehn Jahren gehören in Hohendeich dazu. „Bei unseren monatlichen Treffen wird gebastelt und geübt, machen wir Ausflüge. Wir besuchten Polizei- und Berufsfeuerwehrwachen und waren 2017 beim Zeltlager der Jugendfeuerwehr in Allermöhe dabei“, berichtet Minifeuerwehrwart Kristof Sannmann.

Kontakt, Termine und Berichte zum Jubiläumsjahr gibt es im Internet unter der Adresse www.ff-hoheneich.de/ 50plus5.