Gärtnermeister

Vierländer Elbminze soll Energie in die Küche bringen

Kai Burmester (47) mit seiner „Vierländer Elbminze“ in einem seiner Gewächshäuser.

Kai Burmester (47) mit seiner „Vierländer Elbminze“ in einem seiner Gewächshäuser.

Foto: Thomas Heyen

Ochsenwerder. Gärtnermeister Kai Burmester hat eine neue Art im Sortiment seiner „Energie-Kräuter“: Die Elbminze kommt 2018 auf den Markt.

Ochsenwerder.  Kai Burmester ist von homöopathischen Behandlungsmethoden fasziniert. Er interessiert sich für natürliche Heilmittel und befasst sich unter anderem mit Reiki (Handauflegen). Auch seinen Pflanzen möchte der Gärtnermeister Gutes tun. Deshalb bekommen sie regelmäßig homöopathische Energiespritzen – mit Erfolg. Burmesters „Energie-Kräuter“, die am Ochsenwerder Elbdeich wachsen, sind sehr gefragt.

Pflanzen sind Lebewesen

„Ich habe einen guten Zugang zu Pflanzen“, sagt der 47-Jährige. „Ich sehe sie nicht als Produkt, als Gegenstand zum Verkaufen, sondern als Lebewesen.“ Ein Topf mit Torf sei „eigentlich steril“, sagt er. Deshalb bemüht Burmester sich, die Pflanzen von innen heraus zu stärken. „Dann bleiben sie auf natürliche Art widerstandsfähiger und halten sich länger beim Verbraucher.“

Seine Kräuter werden nicht nur mit organischem Bio-Substrat gedüngt, sondern bekommen Pflanzenstärkungsmittel – ebenfalls organische, Bio-zertifizierte Substanzen. Nur selten nutze er Standarddünger, sagt der Gärtnermeister. Chemie spritze er grundsätzlich nicht, arbeite stattdessen mit Nützlingen, Ölen und Pflanzenextrakten, um Schädlinge zu vertreiben. „Das funktioniert recht reibungslos, vermutlich aufgrund der besonderen Zusätze.“

Energie-Kräuter in Gartencentern oder Baumarkt

Die Kräuter werden regelmäßig mit den Stärkungsmitteln – flüssige, pflanzliche Stoffe und Extrakte aus Mikroorganismen (natürliche Bakterien, Pilze) – gegossen. Der Mehraufwand kostet natürlich, „aber es geht mir ja nicht nur um den Gewinn“, sagt Burmester.

Seine „Energie-Kräuter“ sind in Gartencentern und in den Gartenabteilungen von Baumärkten „in den Kräuterecken“ in ganz Norddeutschland erhältlich – mit einem Plastikeinstecker im Topf, der sie als „Energie-Kräuter“ auszeichnet. „Doch auch im Hofladen Stender am Tatenberger Deich sind sie erhältlich“, sagt der Gärtnermeister. Verkauft wird an die Händler ab Hof.

Produktionsmenge bald am Zenit

Die meisten Kräuter sind winterhart und wachsen mehrjährig. Verkauft werden nur lebendige Pflanzen im Topf, zum Umpflanzen für Balkon, Garten und Fensterbank.

Etwa 80 Kräutersorten und auch Zierpflanzen wachsen auf den Feldern und in den Gewächshäusern am Ochsenwerder Elbdeich, darunter zehn Sorten Minze, sechs Sorten Thymian, Salbei, Rosmarin, Petersilie, Oregano und Strauchbasilikum, aber auch Tee- und Chili-Pflanzen und Asia-Salate. Die Zahl der Töpfe, die er jährlich verkauft, möchte der 47-Jährige nicht preisgeben, nur das sie „im sechsstelligen Bereich“ liegt. „Das Label läuft gut, sicher auch weil Kräuter weiterhin im Trend sind.“ Allerdings habe er in der vergangenen Saison erstmals mehr angebaut als nachgefragt wurde. „Bisher habe ich die Kräuterproduktion stetig gesteigert und die Zierpflanzenproduktion zurückgefahren, aber nun könnte der Zenit erreicht sein.“

Energie-Kräuter als Begriff geschützt

Vor zwölf Jahren begann der ehemalige Wehrführer der FF Neudorf, Ehemann und Vater zweier Jungs (11, 14) mit der Kräuterproduktion. Er betreibt die Gärtnerei in vierter Generation, steht seit 2012 an ihrer Spitze.

Den Begriff „Energie-Kräuter“ ließ er sich vor fünf Jahren schützen. Ein weiterer Markenname ist beim Patent- und Markenamt beantragt: „Vierländer Elbminze“. Die wild wachsende Minzart entdeckte Burmester zufällig am Elbdeich. „Ich kannte sie nicht, habe in der Fachliteratur geforscht und diese Minzart dort entdeckt.“ Die Mentha aquatica v. litoralis, wie der wissenschaftliche Name der Pflanze lautet, hat ein süßliches, mildes Minzaroma mit leichter Spearmint-Note, eigne sich für Tee, Salat, Süßspeisen und Cocktails.

Im April soll die Vieränder Elbminze in den Handel gehen

Burmester buddelte zwei Wildpflanzen aus und pflanzte sie im Gewächshaus ein. Die neuen Triebe schnitt er ab und steckte sie ins Substrat, wo sich neue Wurzeln bildeten. Die Jungpflanzen sind erst wenige Zentimeter groß. Ab April will Burmester die „Vierländer Elbminze“ als neue „Energie-Kräuter“ an den Handel verkaufen.