Unfall

Noch immer eine Todes-Kreuzung

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Lena Diekmann
Gerhard Schwederski, Vincent Disha, Dieter Wichhorst und Dritan Disha stellen ein Schild zur Erinnerung an den tödlichen Unfall am Oortkatenweg auf

Gerhard Schwederski, Vincent Disha, Dieter Wichhorst und Dritan Disha stellen ein Schild zur Erinnerung an den tödlichen Unfall am Oortkatenweg auf

Foto: Lena Diekmann / BGZ

Ochsenwerder. Vor einem Jahr starb Julian (11) am Oortkatenweg. Anwohner und Angehörige kämpfen für eine bauliche Veränderung.

Ochsenwerder.  Ein Jahr ist vergangen, seit dem Tag, der das Leben von Familie G. aus Ochsenwerder für immer veränderte: Sohn Julian stieg um kurz vor 14 Uhr an der Haltestelle Oortkatenweg aus dem Bus. Der Schüler der Stadtteilschule Kirchwerder wollte gerade nach Hause gehen. Doch dazu kam es nicht mehr. Als er hinter dem Schulbus die Straße überquerte, wurde er von einem Lastwagen überfahren. Der Elfjährige war auf der Stelle tot.

Ein Jahr ist vergangenen und keine Lösung in Sicht

Um daran zu erinnern, stellte Dieter Wichhorst gestern gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Dritan Disha, Enkel Vincent Disha und Gerhard Schwederski, der bei dem Unfall seinen Enkel verlor, ein Schild an der Kreuzung auf: „Julian †10.10.2016 – Sicherheit für unsere Kinder und Enkel“ steht darauf geschrieben. „Denn auch ein Jahr danach gibt es keine Lösung, und hier muss was passieren“, sagt Dieter Wichhorst, der Julian aufwachsen sah und sich seit seinem Tod dafür einsetzt, dass an der Kreuzung baulich etwas verändert wird.

Doch was ist bislang unternommen worden? Die Geschwindigkeit wurde auf dem Ochsenwerder Landscheideweg auf Tempo 50 reduziert, vor der Kreuzung stehen nun Hinweisschilder „Vorsicht, Kinder“. Eine Arbeitsgruppe aus Polizei, Bezirksamt und VHH erarbeitete ein Konzept, um Busstopps in Bergedorf und vor allem im Landgebiet sicherer zu machen, eine Prioritätenliste ist angelegt.

Behörde lehnt Warnblinklicht ab – Politik bleibt dran

Den Vorschlag, dass die Busse am Oortkatenweg nur mit Warnblinklicht halten sollten, prüfte die obere Straßenverkehrsbehörde über Monate. Im Juli kam dann die Absage: Im innerstädtischen Bereich sei das Einschalten von Warnblinklicht bei Bussen zu gefährlich. Die Busse dürften dann nur mit Schrittgeschwindigkeit überholt werden, was die Gefahr von Auffahrunfällen mit sich bringen würde. Mit dieser Entscheidung wollen sich die Politiker allerdings nicht abspeisen lassen: „Wir verfolgen den Vorschlag weiter“, betont Jörg Froh (CDU).

Die Lokalpolitik habe längst verstanden, dass sich am Oortkatenweg etwas tun muss, meint Dieter Wichhorst. Der 79-Jährige und seine Mitstreiter hoffen, dass die Politik für eine bauliche Umgestaltung der Kreuzung stimmt. „Ein Kreisel ist die einzige Lösung, um das Durchschießen des schnellen Verkehrs zu verhindern“, sagt Dieter Wichhorst.

Regionalausschuss berät über Kreisel und Co.

Dem Verkehrsausschuss wurden mehrere Varianten wie Kreisel, Minikreisel oder Sprunginsel vorgestellt. In der nächsten Sitzung des Regionalausschusses (17. Oktober, 18 Uhr, Schule Fünfhausen) soll über die Varianten beraten und abgestimmt werden.

Ende Oktober hat Dieter Wichhorst zudem einen Termin bei Schulsenator Ties Rabe (SPD), möchte dort für sichere Schulwege werben. „Unglücke können immer passieren. Aber hier muss Abhilfe geschaffen werden. Wir bleiben dran, bis sich wirklich etwas ändert“, sagt er.