Schiffshavarie

Im Naturschutzgebiet: Tanker kracht aufs Ufer

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Carsten Neff
Mit dem Bug liegt die „Alina“ fest auf dem Steinwall auf. Der leere Tanker soll in der Nacht bei Hochwasser freigeschleppt werden.

Mit dem Bug liegt die „Alina“ fest auf dem Steinwall auf. Der leere Tanker soll in der Nacht bei Hochwasser freigeschleppt werden.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Zollenspieker. Am Nachmittag ist ein 85 Meter langes Binnenschiff auf der Elbe vom Fahrwasser abgekommen und mit einer Buhne kollidiert. Eine Gefahr für die Umwelt besteht nicht.

Großalarm gestern Nachmittag auf der Elbe bei Zollenspieker: Wenige hundert Meter östlich des Zollenspieker Fährhauses ist gegen 14.30 Uhr das 85 Meter lange Tankschiff „Alina“ mit einer Buhne kollidiert. Das Binnenschiff, das in Richtung Hamburg fuhr, kam - so berichteten Augenzeugen - in einer leichten Flussbiegung zunächst vom Kurs ab, verließ das Fahrwasser und krachte mit hoher Geschwindigkeit fast im 90-Grad-Winkel in die Uferböschung.

Feuerwehr löst Großalarm aus - Tanker liegt im Naturschutzgebiet fest

Die Feuerwehr löste Großalarm aus, schickte Helfer der Feuerwehren Kirchwerder-Süd, Altengamme, Krauel, den Umweltdienst und den Bereichsführer Vierlande an den Unglücksort. Die Befürchtung: Das Tankschiff könne bei der Havarie leckgeschlagen sein – mitten im Naturschutzgebiet Zollenspieker.

Nach Erkundung mit Kleinbooten: Entwarnung für die Umwelt

Von Land aus aber war der Havarist kaum auszumachen, für Fahrzeuge oder zu Fuß nicht zugänglich. Erst die Kleinboote der Feuerwehren konnten die Lage erkunden und dann auch schnell Entwarnung geben: „Das Tankschiff ist unbeladen, Verletzte gab es durch die Havarie nicht, Betriebsstoffe laufen derzeit keine aus“, sagte der Feuerwehr-Einsatzleiter Eike Hellenkamp. „Es gibt keine Umweltgefährdung.“ So übernahm die Wasserschutzpolizei die Ermittlungen.

Rumf hängt auf 50 Meter Länge in der Luft

Demnach lag das 85 Meter lange und zehn Meter breite Tankschiff an zwei Stellen auf sandigem Grund auf, der Rumpf hing auf 50 Meter Länge in der Luft. „Obwohl es sich bei der ,Alina’ um einen herkömmlichen einwandigen Tanker handelt, besteht derzeit keine Gefahr, dass das Schiff auseinanderbricht. Die Schweißnähte zeigen keinerlei sichtbare Beschädigungen“, sagte Harald Riep von der Wasserschutzpolizei: „Das Tankschiff, das zuletzt Benzin geladen hatte, ist ja leer und damit leicht.“

Technischer Defekt gilt als wahrscheinlich. Kapitän kannte die Elbe

Die Unglücksursache blieb zunächst unklar. Ein technischer Defekt, etwa an der Rudermaschine oder eine Blockade der Ruderanlage, scheint wahrscheinlich. Das Schiff soll zunächst in der Werft eingehend untersucht werden. Der Kapitän jedenfalls kannte die Unglücksstelle sehr genau. „Er fährt im Pendelverkehr hier jeden zweiten Tag vorbei“, bestätigte der Wasserschutzpolizist.

In der Nacht soll der Havarist freigeschleppt werden

Die Reederei der „Alina“ orderte einen Schlepper, um das Tankschiff bei auflaufendem Wasser zu stabilisieren. Gegen 1 Uhr in der Nacht zum Donnerstag, bei Hochwasser, sollte der Schlepper den Havaristen dann wieder ins Elbfahrwasser ziehen und direkt in die Werft nach Hamburg schleppen.