Oortkatensee

Bäume sollen weg – für besseren Segelwind

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Carsten Neff
 Auf dem Hohendeicher See finden Hamburgs größte Opti-Regatten mit bis zu 130 Jollen statt. „Eine regelkonforme Ausrichtung wird durch die Windabschattung der Bäume schwierig“, klagt auch der Segelverein „SC4“.

Auf dem Hohendeicher See finden Hamburgs größte Opti-Regatten mit bis zu 130 Jollen statt. „Eine regelkonforme Ausrichtung wird durch die Windabschattung der Bäume schwierig“, klagt auch der Segelverein „SC4“.

Foto: Christian Knäpper / NEWS & ART

Ochsenwerder. Surfer und Segler fordern per Onlinepetition vom Bezirksamt bessere Windverhältnisse auf dem Hohendeicher See.

Ochsenwerder.  Es klingt ein wenig skurril: Per Onlinepetition fordern Surfer und Segler das Bezirksamt auf, für bessere Windverhältnisse auf dem Oortkatensee (Hohendeicher See) zu sorgen. Der Hintergrund: Die Bäume am Ufer des beliebten Wassersportreviers sind mittlerweile so hoch, dass sie für erhebliche Windabschattungen auf dem See sorgen.

Wassersport kaum noch möglich

„Wassersport ist wegen der hohen Bäume mittlerweile kaum noch möglich“, behauptet Marc Hackelbörger, der Initiator der Unterschriftensammlung im Netz. Der Diplom-Geograph aus Hamburg Hamm ist Freizeitsurfer und bei gutem Wind regelmäßig auf dem Oortkatensee zu finden.

Weitgehend geschlossene "Baumwand" am Westufer

„Doch auf dem Wasser gibt es nur noch selten akzeptable Windverhältnisse“, erklärt Hackelbörger: „Das Westufer wird von zehn großen Bäumen und einer Baumgruppe eingenommen, die wie eine Wand den Wind aufhalten. Bei Ostwind vom Campingplatz aus wirken die Bäume als Barriere für den natürlichen Winddurchzug.“

Zudem komme es zu gefährlichen Düsenwirkungen an der „Surfstation“ die stellenweise eine bis zu anderthalbfache Erhöhung der Windstärke verursache: „Mit plötzlichen Wechseln der Windstärken sind Anfänger völlig überfordert.“

Briefe ans Bezirksamt blieben ohne Erfolg

Marc Hackelbörger hat bereits vor einem Jahr und zuletzt Anfang September Briefe an das Bezirksamt geschickt und die Fällung, mindestens aber den Beschnitt, der Pappeln gefordert. Eine „zufriedenstellende“ Antwort habe er nicht erhalten. Nun will der Surfer den Protest auf breite Basis stellen.

Das ist bereits gelungen. Schon in den ersten fünf Tagen haben mehr als 150 Wassersportler den Aufruf unterzeichnet. „Wir stehen voll und ganz hinter der Petition“, erklärt denn auch Nils Christian Eitz, Geschäftsführer der Surfschule „Windsurfing Hamburg“. Die Bäume seien 20 Jahre nicht beschnitten worden. „Nun muss etwas geschehen, wenn wir den Wassersport-Standort sichern wollen.“ Zudem seien einige große Pappeln, die direkt am Ufer stehen, bei Sturm bereits umgekippt. „Das ist doch lebensgefährlich!“

SC4: Regelkonforme Ausrichtung von Regatten schwierig

Unterstützung kommt auch vom Segelverein „SC4“. „Es geht nicht um mehr Wind, sondern konstante Windverhältnisse“, erklärt Vorstandsmitglied Bernd Kröger. Als Ausrichter von Jugend-Regatten mit bis zu 130 Optimisten-Jollen werde es immer schwieriger, regelkonforme Bedingungen auf dem Hohendeicher See zu gewährleisten. „Gerade für Anfänger sind gleichmäßige Winde ohne Ablenkung durch die Bäume wichtig.“

Bezirksamt will Ergebnis der Petition abwarten

Das Bezirksamt will zunächst das Ende der Petition im Dezember abwarten. „Wir begrüßen es, wenn Interessen durch solche Meinungsbilder gebündelt werden. Wir müssen prüfen, ob es eine Lösung gibt“, sagt Sprecher Dr. Andreas Aholt. Dabei müssten die Interessen der Wassersportler und die Vorgaben des Baum- und Naturschutzes abgewägt werden. „Ein Teil des Ufers ist aber als Biotop ausgewiesen. Dort ist kein Eingriff erlaubt.“

Die Petition findet sich bei www.openpetition.de