Verkehrsunfall

Bergedorfer Polizei trauert um Kollegen Ingo Hölscher

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Lena Diekmannund Carsten Neff
 Am Unfallort am Kirchwerder Landweg haben Polizeikollegen Blumen, Kerzen und Uniformabzeichen niedergelegt.

Am Unfallort am Kirchwerder Landweg haben Polizeikollegen Blumen, Kerzen und Uniformabzeichen niedergelegt.

Foto: NEWS & ART

Bergedorf. Polizisten trauern um ihren Kollegen Ingo Hölscher (51). Er starb am Montag bei einem Verkehrsunfall auf dem Polizeimotorrad.

Bergedorf.  Blumen, Kerzen und ein Polizeiabzeichen am Unfallort, Trauerflor an allen Peterwagen, Flaggen auf Halbmast vor dem Bergedorfer Polizeikommissariat, den Hamburger Dienststellen und der Innenbehörde: Die Polizei trauert um den am Montagnachmittag verunglückten Motorradpolizisten Ingo Hölscher.

Polizeichef: „Wir haben innere Gänsehaut“

„Wir stehen noch völlig neben uns, haben innerlich Gänsehaut“, schildert sichtlich betroffen Bergedorfs Polizeichef Hans Siebensohn die gedrückte Stimmung am Polizeikommissariat am Ludwig-Rosenberg-Ring. Man könne sich den Unfall nicht erklären, sagen Kollegen: „Ingo war ein besonders umsichtiger, ruhiger, sehr erfahrener Motorradfahrer.“

Beim Überholen auf dem Kirchwerder Landweg, mit Blaulicht und Martinshorn, war der 51-jährige mit einem auf eine Grundstückseinfahrt nach links abbiegenden Transporter kollidiert. Die Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Hölscher starb noch am Unfallort (wir berichteten), der 47-jährige Fahrer des Transporters konnte das Krankenhaus noch am Abend verlassen.

Nach 20 Jahren der erste im Dienst verstorbene Polizist

Der Oberkommissar, der in Kirchwerder mit seiner Lebensgefährtin wohnte und am Polizeiposten Auf dem Sülzbrack stationiert war, hinterlässt vier Kinder im Alter von vier bis 25 Jahren. „Wir sind in Gedanken bei seinen Angehörigen und Freunden“, sagte Polizeivizepräsident Wolfgang Brand: „Ihnen wurde ein liebenswerter Mensch und uns ein verlässlicher und beliebter Kollege plötzlich genommen.“ Hölscher ist seit 20 Jahren der erste Hamburger Polizist, der im Einsatz starb. Zuletzt war im August 1996 der Polizeihauptmeister Matthias Schipplick bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden – auch im Bezirk Bergedorf, an der Billwerder Straße.

Die Ermittlungen zum Unfallgeschehen dauern an

Zu welchem Einsatz der Motorradpolizist mit Sondersignalen eilte, wollte Polizeisprecher Holger Vehren nicht mitteilen: „Dies ist noch Gegenstand der Ermittlungen.“ Nicht alle Einsätze werden über die Funkzentrale koordiniert. Beamte können bei eiligen Fahrten, etwa einer Fahrzeugverfolgung, grundsätzlich auch selbstständig das Martinshorn einschalten.

Die Kollegen des verstorbenen Beamten werden weiterhin durch Seelsorger betreut. „Viele Kollegen, auch bundesweit, haben ihre Anteilnahme bekundet und uns Trost zugesprochen – auch viele Bergedorfer Bürger“, so Polizeichef Siebensohn: „Das hilft“. An der Wache und im Präsidium liegen Kondolenzbücher aus.