Grosseinsatz

Zwei Carports in Flammen – Polizei: „Es war Brandstiftung“

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Moorfleet. In der Nacht zum Montag sind am Moorfleeter Deich drei Autos in zwei Carports abgebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Es ist kurz nach 1 Uhr gestern Nacht, als am Moorfleeter Deich 30 orangerote Flammen meterhoch in den nebelverhangenen Nachthimmel züngeln. Hündin „Mia“ schlägt an, weckt das Ehepaar und den kleinen Sohn aus dem Schlaf. Als sie den Feuerschein sehen, vor die Tür stürzen, steht ihr hölzerner Doppelcarport mit zwei Pkw schon im Vollbrand.

Die Feuerwehr löst die zweite Alarmstufe aus

Die Berufsfeuerwehr rückt mit zwei Löschzügen aus Billstedt und vom Berliner Tor an, dazu die freiwilligen Feuerwehren Moorfleet und Spadenland. Sie gehen mit fünf Strahlrohren gegen die Flammen vor. Dennoch können die Männer zunächst nicht verhindern, dass sich der Brand auf einen weiteren Carport mit dort untergestelltem Auto auf dem Nachbargrundstück ausbreitet.

Im Doppelhaus platzen die Fenster, die Flammen züngeln die Fassade empor. Auch das Dach fängt Feuer. Die Hitze ist so groß, dass der Gartenzaun wie Butter in sich zusammenschmilzt. Erst der Einsatz von Löschschaum kann das Feuer schließlich eindämmen. Um 3 Uhr rückt die Feuerwehr ab.

Niemand wurde verletzt. Der Schock sitzt tief.

„Wir haben das Haus über Jahre Stück für Stück renoviert, waren gerade fertig und jetzt das.“ Fassungslos steht der Familienvater mit seinem Sohn vor der rußgeschwärzten Hauswand. „Wie soll ich das nur meinem Chef erklären.“ Das Auto, an dem das Feuer ausbrach war ein Firmenwagen. Der Schock sitzt tief.

Denn auch nachdem am Vormittag Brandermittler des Landeskriminalamtes den Tatort untersucht hatten, bleiben die Fragen nach dem „wie und warum“ weitgehend ungeklärt. Die Ermittler gehen nach der ersten Auswertung der Spuren von Brandstiftung aus. „Wir können einen technischen Defekt ausschließen“, erklärt Polizeisprecherin Karina Sadowski: „Jetzt ermitteln die Experten der Kripo in Richtung fahrlässige oder absichtliche Brandstiftung.“

Autoreifen aufgestochen, Briefkästen abgetreten

Der Hausbesitzer kann, nein will sich das nicht vorstellen: „Wir hatten mit niemandem Ärger - vielleicht waren wir ja Zufallsopfer.“ Denn Nachbarn hatten in der bislang eher ruhigen Wohnstraße, eine Sackgasse die zur „Wasserkunst Kaltehofe“ führt, in den vergangenen Wochen mehrfach mit Vandalismusschäden zu kämpfen: „Autoreifen wurden aufgestochen, Briefkästen abgetreten, Gartenpforten brachial aus ihrer Verankerung gerissen.“

Einige Anwohner hatten daraufhin Videokameras in ihren Vorgärten installiert. Vielleicht sind der oder die Brandstifter ja auf den Videoaufzeichnungen zu erkennen, hoffen Nachbarn. Doch die Chance dürfte gering sein. Denn sollte das Feuer tatsächlich mutwillig gelegt worden sein, war dies ein günstiger Zeitpunkt für ein Verbrechen. Wegen des dichten Nebels in der Tatnacht konnte man hinterm Deich nur wenige Meter weit sehen.